Syré bestätigt Abgang als Zoomer-Chef

Frank Syré, bislang Chefredakteur von Zoomer.de, wird die Holtzbrinck-Tochter verlassen. Das bestätigte Syré gegenüber MEEDIA. Wann sich der Gründungs-Chefredakteur von seinen Berliner Kollegen verabschiedet, ist noch unklar. Genauso was er nach seinem Zoomer-Engagement machen wird. Im Dezember vergangenen Jahres übernahm Zeit Online-Chefredakteur Wolfgang Blau zusätzlich die Verantwortung für Zoomer.de und Tagesspiegel.de. Damit war Syré praktisch entmachtet.

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Zeit Online, Tagesspiegel.de und Zoomer.de werden zum 1. Februar unter dem Dach der neu gegründeten Tochterfirma Zeit Digital gebündelt, insgesamt 75 Mitarbeiter sollen künftig im Berliner Hauptstadtbüro arbeiten. Sowohl Frank Syré als auch die vormalige Tagesspiegel.de-Chefredakteurin Mercedes Bunz werden im Zuge der Umstrukturierung der Holtzbrinck-Online-Angebote zu Redaktionsleitern zurückgestuft. Für Syré offensichtlich keine akzeptale Entwicklung. Er hinterlässt ein Web-Portal mit einbrechenden Klickzahlen. Im Dezember verzeichnete die Seite 2,6 Millionen Klicks und 1,7 Millionen Visits. Im Monatsvergleich zum November bedeutet das ein Minus von 66 Prozent bei den Page Impressions und 63 Prozent bei den Besuchern.

Zoomer.de und tagesspiegel.de sollen mit eigenen Redaktionen als eigene Marken im Internet bestehen bleiben (MEEDIA berichtete). Die gerade zentralisierten Online-Angebote bekommen zudem einen Redaktionsbeirat mit Mitgliedern der Chefredaktionen der gedruckten Zeitungen „Zeit“ und „Tagesspiegel“. Vorsitzender des Beirats wird Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeit-Verlags. Der ehemalige Mr. „Tagesthemen“, Ulrich Wickert, bisher Herausgeber von Zoomer.de, soll als Berater bei Zeit Digital dabei bleiben.

Als Geschäftsführer kommt zum 1. Februar Christian Röpke dazu, der bisher bei Gruner + Jahr als Projektleiter bei G+J New Media Ventures tätig war. Der Geschäftsführer von Zoomer.de, Peter Neumann, wird für eine Übergangszeit noch als Co-Geschäftsführer dabei bleiben.

Zoomer ist das Experiment, mit Hilfe einer neuen Nachrichtenlogik die zeitungsfaule Generationen der 15- bis 30-Jährigen zu erreichen. Dazu setzten die Entwickler jedoch nicht nur auf eine schicke Optik, sondern „eine neue Informationslogik“. Wirklich informativ kommt das über Fotos, Videos und Flash-Animationen gesteuerte Portal auf den ersten Blick bislang nicht daher.

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