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Ebay: Rezession verhagelt das 4. Quartal

Die schlimmsten Befürchtungen haben nicht getrogen: Das weltgrößte Online-Auktionshaus musste bei Vorlage seiner Geschäftsergebnisse für das abgelaufene Quartal massive Gewinneinbußen verkraften. Nach 531 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum verdiente Ebay zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember letzten Jahres nunmehr nur noch 367 Millionen Dollar. Auch der Ausblick auf das laufende Quartal enttäuschte schwer –- die Aktie gerät massiv unter Druck.

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Der Gewinn verringerte sich damit von 39 auf 29 Cent je Aktie. Vor Sonderposten, Abschreibungen und Zinsen betrug der Gewinn je Anteilsschein 41 Cent.  Auch die Erlöse entwickelten sich rückläufig: Nach 2,11 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2007 erlöste Ebay nunmehr nur noch 2,04 Milliarden Dollar – ein Minus von 7 Prozent.  „Das Weihnachtsgeschäft war hart und sehr umkämpft“, musste CEO John Donahoe eingestehen.

Doch auch im laufenden Quartal rechnet Ebay mit einer nachgebenden Geschäftsentwicklung. Der Einbruch fällt jedoch massiver aus als bislang von der Wall Street antizipiert: Statt eines erwarteten Gewinns je Aktie von 40 Cent geht das an der Technologiebörse Nasdaq notierte US-Unternehmen nun nur noch von einem Profit je Anteilsschein von 32 bis 34 Cent bei Umsätzen von 1,8 bis 2,05 Milliarden Dollar aus. Analysten waren bei den Erlösen noch von 2,10 Milliarden Dollar ausgegangen.

Nicht mehr rezessionssicher: Ebay vom Abschwung hart getroffen

Blickt man auf den letzten konjunkturellen Abschwung zurück, so überrascht der Aderlass:  „Wir sind zu einem gewissen Maße rezessionssicher“, freute sich seinerzeit Ebay-Gründerin Meg Whitman. Doch das sind Stimmen aus einer anderen Zeit: Whitman ist längst Geschichte – und mit ihr der Glanz des Unternehmens.

Tatsächlich erscheint es nämlich zu einem Gutteil so, als wären die gegenwärtigen Probleme nicht nur dem wirtschaftlichen Rückgang geschuldet, sondern auch firmeninternen Versäumnissen. So werden vor allem die  jüngsten Gebührenanhebungen kritisiert, die sich nicht nur in sinkenden Margen, Gewinnen und Umsätzen niederschlugen – sondern gar erstmals auch in einem Rückgang des Traffics.

„Online zu kaufen, ist kein Anreiz mehr“

„Um online erfolgreich zu sein, muss man schon mehr anbieten als  der Shop um die Ecke“, kommentiert ein User beim Wall Street Online-Technologieportal „All things digital“. „Deshalb scheitert Ebay. Wal-Mart hat die besseren Preise. Online zu kaufen ist kein Anreiz mehr. Heute nicht, morgen nicht – gar nicht mehr.“
 
Entsprechend enttäuschend fiel auch die Reaktion der Börse aus: Nachdem die Ebay-Papiere gestern noch in Erwartung guter Ergebnisse um knapp 5 Prozent in die Höhe geschossen waren, ging es zum heutigen Handelsstart mit einem Minus von mehr als 10 Prozent krachend nach unten. Bei nur noch 11,75 Dollar notiert der Online-Auktionator inzwischen 80 Prozent unter den einstigen Höchstkursen.

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