Apple-Quartalszahlen: Der Boom geht weiter

Von Krise keine Spur: Der Computerpionier Apple verkündete nach Handelsschluss an der Wall Street Ergebnisse für das abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahres, die die kühnsten Analystenschätzungen übertrafen. Das Kultunternehmen aus Cupertino verdiente mehr als 1,6 Milliarden Dollar und setzte erstmals mehr als 10 Milliarden Dollar um. Während vor allem die iPod-Absätze begeisterten, blieb das iPhone jedoch hinter seinen Erwartungen zurück. Der Ausblick fiel besser aus als befürchtet.

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So sieht die „Mutter aller übertroffenen Erwartungen“ also aus: Zwar nicht ganz nicht so deutlich, wie sie der Apple-Blogger Andy Zaky im November letzten Jahres vorausgesagt hatte, doch bei weitem besser als jede Wall Street-Prognose. Statt der im Konsens geschätzten 1,39 Dollar je Aktie verdiente Apple tatsächlich happige 1,78 Dollar je Anteilsschein. Damit gelang es dem Macintosh-, iPhone- und iPod-Hersteller nicht nur, die höchsten Analystenschätzungen zu überbieten, sondern abermals sogar das Ergebnis des Vorjahres, das bei 1,76 Dollar je Aktie gelegen hatte!

Einen Nettogewinn von 1,61 Milliarden Dollar hat Apple damit im Dreimonatszeitraum Oktober bis Dezember eingefahren – bei Umsätzen von 10,2 Milliarden Dollar. „Gerade vor dem Hintergrund dieser wirtschaftlich herausfordernden Zeit sind wir extrem erfreut, unser bestes Quartalsergebnis bei Umsatz und Gewinn in der Firmengeschichte von Apple bekannt geben zu können – erstmals haben wir die 10 Milliarden-Grenze beim Quartalsumsatz überschritten“, freute sich Apple-CEO Steve Jobs.

Starke iPod-Sparte wächst erneut

Und das sehr zu Recht:  In allen Unternehmenssegmenten konnte der Technologiepionier trotz Rezession und eines Rückgangs der IT-Investitionen Zuwächse verbuchen. So wurden im ersten Quartal des Fiskaljahres 2009 mehr als 2,5 Milliarden Macintosh-Computer ausgeliefert, was einer Steigerung von neun Prozent  zum vergleichbaren Vorjahresquartal entspricht.

Apple: „Bestes Quartalsergebnis aller Zeiten“

Obwohl mit einem Umsatzplus von nur drei Prozent wachstumsärmstes Segment, gelang der iPod-Sparte die größte Überraschung des Abends. 22,73 Millionen von Apples beliebten MP3-Playern gingen zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember über die Ladentische. Analysten waren zuvor noch von zweistelligen Umsatzrückgängen ausgegangen.

Ausblick besser als befürchtet

Die einzig echte Enttäuschung blieb jedoch dem eigentlichen Wachstumstreiber vorbehalten, der im Vorquartal noch mit fast 7 Millionen Einheiten die Fachwelt so begeistert hatte – das iPhone 3G. Im zurückliegenden Quartal wurden indes nur 4,36 Millionen iPhones verkauft – 88 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahresquartal, doch eben deutlich weniger als die Konsensprognose vorausgesagt hatte, die bei 5,5 Millionen Geräten gelegen hatte.

Analysten wiesen in einer ersten Reaktion daraufhin, dass die relativ enttäuschen iPhone-Absätze durch die Stärke des iPod touchs  verursachte worden sein könnte, der dem iPhone in Design und Funktionabilität – bis auf die Möglichkeit zur Telefonie – sehr nahe kommt.  

Der Ausblick auf das laufende Quartal  lag zwar – wie bei Apples sehr konservativen Prognosen üblich – erneut unter den Konsensätzungen, doch lange nicht so massiv wie befürchtet. Statt der prognostizierten 1,13 Dollar je Aktie gab Apple die Schätzung eines Gewinn von 0,9 bis 1,0 Dollar je Anteilsschein heraus. Die Börse reagierte erleichtert und schickte die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel um 9  Prozent auf 90 Dollar nach oben.

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