Amtseid: Obamania bei CNN und Facebook

Wie sollte es auch anders sein: Der Social Media-Präsident Barack Obama, der wie kein Vorgänger die Wählerschaft im Web mobilisierte, begeisterte seine Anhänger im Internet auch zur Amtseinführung. Die sozialen Netzwerke brodelten – allen voran Facebook, das die Zeremonie in Kooperation mit CNN übertrug und einen enormen Ansturm erlebte. Millionen Facebooker wollten die Vereidigung des 44. US-Präsidenten live kommentieren. CNN vermeldete unterdessen so viele Video-Streaming-Abfragen wie noch nie.

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Nisha Fakir ist eine Obama-Anhängerin und Facebookerin der ersten Stunde. Was also lag für die 23-jährige Südafrikanerin, die in Washington studiert hat und inzwischen fast 1000 Facebook-Freunde rund um die Welt besitzt, näher, als die Amtseinführung ihres Idols im Internet zu verfolgen?

Möglich machte dies ein beeindruckender Brückenschlag zwischen Web 1.0 und 2.0, der noch vor Jahren undenkbar erschienen wäre – nämlich die Allianz des gewaltigen Internetangebots von CNN mit dem inzwischen vermutlich meist respektierten sozialen Netzwerk der Welt, das bereits über 150 Millionen Nutzer umfasst – Facebook.

„Wer heute ein Status-Update schreibt, das nicht Obamas wegweisende Amtseinführung thematisiert, der….“, machte Fakir deutlich, was an diesem Tag von den Mitgliedern des sozialen Netzwerks erwartet wurde – auch einmal ein soziales Statement.

Und tatsächlich: Mehr als 1,5 Millionen (in Zahlen: 1.500.000) Status Updates – also: wie beim Mikroblogging-Dienst Twitter auf SMS-Länge beschränkte Kurznachrichten – wurden bis gestern Abend amerikanischer Zeit geschrieben. Das entspricht mehr als 4000 Postings pro Minute! In den ersten 5 Minuten der Inauguration schwollen die Status Updates gar auf 8500 pro Minute an.

Mehrere Millionen Facebooker haben sich auf der Gemeinschaftsseite von CNN und Facebook während der Zeremonie eingeloggt, nachdem sich bereits 1,3 Millionen Mitglieder auf Facebook im Vorwege für das Web-Event angemeldet hatten. „Was für eine großartige Werbung für Facebook“, adelte TechCrunch-Gründer Michael Arrington die Einbindung des Social Networks in das Online-Angebot des renommierten Nachrichtensenders, „großartig gemacht!“

Gemessen an der Gesamtbesucherzahl pro Minute schaffte es Barack Obamas Amtsvereidigung nach Erhebung des Serverherstellers Akamai damit gar unter die Top 5 der meistgesehen Internet-Events aller Zeiten in den USA – nach der historischen Wahlnacht vom 4. November, dem Vorrundenspiel der USA bei der Fußball WM 2006 in Deutschland gegen Ghana und zwei US-College-Basketballübertragungen. 5,4 Millionen Besucher, die Obamas Amtseinführung sehen wollten, wurden pro Minute auf diversen Internetseiten gezählt.   

Für CNN wurde die Obama-Übertragung im WWW gar zum Rekord-Event. Bis zur Mittagzeit an der amerikanischen Ostküste wurden fast 14 Millionen Video-Live-Stream bei CNN.com abgerufen. „Es ist immer besser, ein solches Event zusammen mit Menschen, die man kennt, zu sehen als allein“, fasst Erick Schonfeld die Faszination der Online-Berichterstattung  zusammen.

Daran hat Facebook nach Meinung des TechCrunch-Autors maßgeblichen Anteil:  „Da die meisten von uns bei der Arbeit sind, wird Facebook zu so etwas wie einem virtuellen Wohnzimmer, das viele hundert Leute beherbergt.“ Leute wie Nisha Fakir, die ihre Emotionen dann auch umgehend mit ihren Facebook-Freunden teilt: „Ich bin so bewegt“, schreibt Fakir in ihrem letzten Status Update just nach dem Ende der Rede, „ich bin so unfassbar bewegt.“

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