TimeWarner schon bald ohne Zeitschriften?

Was sind das nur für Zeiten? Die „New York Times“, für viele die „beste Zeitung der Welt“, kämpft ums Überleben, und der zweite große Name im US-Mediengeschäft, der TimeWarner-Konzern überlegt, sich komplett aus dem Verlags-Geschäft zurückzuziehen. CEO Jeff Bewkes kündigte gerade an, dass man die Zeitschriften-Sparte verkaufen wird, wenn sie nicht weiter wächst. Bei der aktuellen Marktlage ein fast unmögliches Unterfangen. So könnte sogar Time.Inc bald einen neuen Besitzer bekommen.

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Was sind das nur für Zeiten? Die „New York Times“, für viele die „beste Zeitung der Welt“, kämpft ums Überleben, und der zweite große Name im US-Mediengeschäft, der TimeWarner-Konzern überlegt, sich komplett aus dem Verlags-Geschäft zurückzuziehen. CEO Jeff Bewkes kündigte gerade an, dass man die Zeitschriften-Sparte verkaufen wird, wenn sie nicht weiter wächst. Bei der aktuellen Marktlage ein fast unmögliches Unterfangen. So könnte sogar Time.Inc bald einen neuen Besitzer bekommen.
So hat CEO Jeff Bewkes letzten Freitag in New York auf einem Shareholder Meeting gesagt: „We have told investors regulary that we need earnings growth in all our divisions, not flatness, to sustain a public stock. So we need the publishing business to be growing earnings at a clip that can satisfy shareholders, or it has to be monitized in another way“. Auf deutsch: wenn die Zeitschriften-Sparte von TimeWarner  nicht wächst, dann wird sie verkauft.  

Das Wort „flatness“ im Zusammenhang mit dem Verlagsgeschäft zu gebrauchen ist dabei schon fast geprahlt. Insider wissen, dass viele Zeitschriften – nicht nur in den USA – mittlerweile jährliche 10% und mehr an Umsatz verlieren. Und das wird sich sobald kaum ändern. Deshalb ist ein Verkauf von Time Inc., dem größten Zeitschriften-Verlag der USA, durchaus wahrscheinlich. Time-Warner stände dann ohne Flaggschiff „Time“ da und könnte eigentlich mal wieder seinen Namen ändern. 

Von 2001-2003 hießt der Konzern ja „AOL TimeWarner“. Das erinnert an die missglückte Fusion mit AOL, wegen der man 2001 einen Verlust von 99 Mrd. Dollar ausweisen musste. Und die Probleme mit AOL sind für TimeWarner noch heute nicht gelöst. Diverse Fusionsgespräche mit Yahoo liefen im letzten Jahr ins Leere.  

So passt es ins Bild, daß TimeWarner für das Geschäftsjahr 2008 wohl einen Verlust bilanzieren muss. Grund sind einmalige Abschreibungen in Höhe von 25 Mrd. Dollar. Genaue Zahlen gibt es Anfang Februar auf der Bilanzpräsentation. 2007 hatte man noch einen Gewinn von rund 9 Mrd. Dollar gemacht.  

TimeWarner galt lange Zeit als der größte Medienkonzern der Welt. In den Statistiken vom Werbemagazin „AdAge“ hat der Konzern seit 1995 stets den ersten Platz innegehabt. Das wird sich aber demnächst ändern, wenn sich das Unternehmen von seiner börsennotierten Tochter TimeWarner Cable trennt, an der man 84% hält. Dann wird der Telekommunikationskonzern Comcast Corp. die Top-Postion unter den Medienkonzerne übernehmen.  

TimeWarner in den letzten 10 Jahren ist eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen. Und es dürfte für Bewkes auch nicht so leicht werden, den „Publishing Arm“ zu einem akzeptablen Preis zu verkaufen. Zwar sind im Time Inc-Portfolio hochprofitable Magazine wie „People“ oder „Instyle“, aber schon bei der Rentabilität von Flaggschiff „Time“ werden jedem Interessenten Fragezeichen kommen.
Um die Chancen zu verbessern, will Bewkes mit einem Verkauf der Zeitschriften-Tochter wohl warten, bis die Rezessions in den USA überwunden ist.  
TimeWarner ohne Time Inc. – das wäre dann wie Bertelsmann ohne Gruner+Jahr. Aber auch das erscheint heute ja gar nicht mehr so unmöglich…

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