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„NY Times“: 250 Mio. Dollar von Milliardär

So kann man die Print-Krise auch überstehen: Die finanziell gebeutelte "New York Times" steht offenbar kurz vor Abschluss eines spektakulären Deals: Der mexikanische Milliardär Carlos Slim Helú will der Times Company 250 Millionen Dollar Finanzhilfe überweisen, damit die Zahlungsfähigkeit vorerst erhalten bleibt. Im Gegenzug würde Slim zum mächtigsten Aktionär des Medienhauses aufsteigen. Der Geschäftsmann sieht seine Investition als "Wette auf die Zukunft".

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Laut „Forbes“ beläuft sich das Vermögen von Slim auf 60 Milliarden Dollar. Erst im vergangenen September hatte Slim 6,4 Prozent der Times-Aktien für 128 Millionen Dollar gekauft. Dieses Paket ist durch den Kursverfall an den Börsen derzeit nur noch 58 Millionen Dollar wert. Dennoch ist Slim vom Potenzial der Medien-Company überzeugt: „Die ‚New York Times‘ ist die beste Zeitung der Welt und eine großartige Marke.“ Gleichzeitig bescheinigte Slim der Redaktion, „einen guten Job im digitalen Bereich“ zu machen: „Was zurückgeht, ist die Printauflage, nicht die News. News, Information, Inhalt: Sehen Sie sich den Erfolg von Google an.“ An diesen könne auch die „New York Times“ anknüpfen.
Erst vor kurzem hatte Google-CEO Eric Schmidt erklärt, kein Interesse an einem Investment bei der Times Company zu haben und das Geschäftsprinzip als hoffnungslos bezeichnet. Slim, der sein Vermögen mit Telefon- und Handynetzen machte, sieht das anders. Offenbar verlangt der Milliardär keinerlei Einfluss im Aufsichtsrat des Unternehmens oder ein Veto-Recht bei Entscheidungen. Allerdings soll das auf zehn Jahre gewährte Darlehen mit jährlich 10 Prozent verzinst werden.
Bereits im November hatte es erste Gespräche mit dem Times-Management gegeben, die geheim bleiben sollten. Am Wochenende enthüllte jedoch Murdochs „Wall Street Journal“ die Verhandlungen, die am heutigen Montag zum Abschluss gebracht werden sollen. Offenbar gibt es in mehreren Details noch keine Einigkeit. Die „New York Times“ hatte Ende des Jahres angekündigt, aus finanziellen Gründen die Beteiligung an den Boston Red Sox zu veräußern und für das Times-Gebäude in Manhattan einen 225 Millionen Dollar-Kredit aufzunehmen.

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