6 Millionen Kontodaten verkauft: 900 Euro Strafe

Abschreckend auf Nachahmer wirkt dieses Urteil kaum: Das Amtsgericht Münster verurteilte einen Adresshändler zu lediglich 900 Euro Geldstrafe. Der 22-Jährige hatte im Sommer 2008 sechs Millionen Datensätze von Kunden illegal verkauft. Dies berichtet der "Spiegel". Der Täter war als Callcenter-Angestellter an die Daten gelangt. Als Scheinkäufer war damals der Bundesverband der Verbraucherzentralen aufgetreten, der mit der Aktion beweisen wollte, wie leicht illegale Daten und sensible Kontoinformationen auf dem Schwarzmarkt zu beschaffen sind.

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Verhandelt wurde der Fall aus Berlin schließlich in Münster, wo das Gericht das das Verfahren mit einem Strafbefehl abschloss. „Das Vorgehen belegt, dass gerade in der Verfolgung von Datenmissbrauch nachgelegt werden muss“, so Verbraucherschützer Gerd Billen zum „Spiegel“. Billen fordert die Einrichtung von Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften zum Thema Datenschutz, damit in solchen Fällen auch geklärt werden kann, woher die Daten stammen.

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