Web-Moderator Kavka: „TSG gibt alles“

Den ersten Testlauf machte der Chef persönlich: Zur US-Wahl wagte das ZDF und sein Star-Anchor Claus Kleber mit der „Nacht im Netz" ein kleines TV-Experiment. Zum Urnengang in Hessen wird der Versuch wiederholt, nur diesmal mit Markus Kavka. Der ehemalige MTV-Moderator wird die politische Wahl-Berichterstattung im Web analysieren. Im MEEDIA-Interview verrät er, wie das Format funktioniert und welcher Spitzenpolitiker – zumindest im Internet – die Nase vorn hat.

Anzeige

Im Unterschied zur ersten Sendung im November heißt das neue Format nun „Wahl im Web“ und findet nicht im Studio in Mainz statt, sondern kommt live aus einem Hörsaal der Uni Gießen. Zwischen 17:30 Uhr bis 20:15 Uhr ist Markus Kavka mit seiner Sendung via Live-Stream auf heute.de und beim ZDFinfokanal zu sehen. MEEDIA sprach mit dem 41-Jährigen über das ungewöhnliche TV-Experiment.
Sind Sie schon aufgeregt?
Ich bin weniger nervös, dafür eher freudig angespannt.

Wie bereiten Sie sich auf solch eine Sendung vor?
Seitdem fest steht, dass ich die Sendung moderiere, arbeite ich alles nach, was man so über hessische Politik wissen muss. Das ist nicht sonderlich kompliziert, denn ich wusste bereits einiges – war ja auch bislang eine glamouröse Veranstaltung.
Aber Spaß beiseite: Die ZDF-Redaktion hat mich bestens vorbereitet. Die haben mir einen ganzen Leitz-Ordner mit Hintergründen zusammengestellt. Den leg ich mir jetzt bis Sonntag unters Kopfkissen. Aber zum Glück muss ich nicht alle Zusammenhänge bis in kleinste Detail kennen. Dafür habe ich hochrangige Experten bei mir.

Was wird in der Sendung genau passieren?
Wir wollen nicht die Wahl analysieren, sondern die politische Wahl-Berichterstattung im Web. Dazu haben wir zwei Studenten, die Twitter überwachen und zwei, die die deutsche Blogosphäre im Blick behalten. Dazu betreut eine ZDF-Kollegin noch den Chat. Ich werde während der Sendung zwischen den Web-Stationen und den Experten hin und her pendeln. Dazu unterhalte ich mich via Skype mit einigen Bloggern. Als Höhepunkt werden wir drei Mal in die große ZDF-Wahlsendung geschaltet.

Nutzen Sie denn selbst die neuen Medien?
Oh ja. Ich twittere, ich habe ein MySpace- und Facebook-Profil. Dazu schreibe ich regelmäßig meine Kolumne bei Zeit Online und engagiere mich bei dem Anti-Rechts-Portal Störungsmelder.

Ist die Sendung ein einmaliger Versuch oder wird sie im Superwahljahr 2009 zu einer festen Institution?
Die Sonntags-Sendung ist ein Testballon.

Wie ist denn Ihr Eindruck von den Online-Wahlkampfbemühungen der Kandidaten?
Man muss schon sagen: TSG gibt alles. Er hatte nicht viel Zeit und macht das Beste draus. Aber auch Koch kann dann dank des Webcamp09 auf ein gelungenes Netz-Projekt verweisen. Wichtig wird viel eher sein, dass man auch nach der Wahl noch die Möglichkeiten der direkten Wähler-Kommunikation weiter nutzt. Den Parteien muss es endlich gelingen, bei ihren Internet-Projekten eine gewisse Nachhaltigkeit aufzubauen.

Wer ist Ihr Favorit aus Web-Sicht?
Schwere Frage: Die SPD hat für ihre Verhältnisse richtig was gerissen. Die CDU mit ihrem Wahlcamp09 ist aber auch nicht schlecht. Die Grünen, als Dritter im Bunde, haben die meisten twitternden Abgeordneten. Ich glaube also: Rot/Grün hat im Web die Nase vorn, wird am Sonntag aber nichts zu melden haben.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige