Auflagengewinner „Spiegel“ muss sparen

„Spiegel“-Geschäftsführer Ove Saffe hat sich in „Horizont“ erstmals zu Wort gemeldet und er hat keine guten Nachrichten. Demnach liegt der Gewinn der "Spiegel"-Gruppe für 2008 mit 57 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahr. Beim „Spiegel“ seien die Anzeigenerlöse um 10 Prozent eingebrochen. Für dieses Jahr rechnet Saffe mit ähnlichen Zahlen. Als Konsequenz will er sich vom Sonntagsvertrieb trennen und das Joint Venture mit Bertelsmann beim Online-Angebot „Spiegel Wissen“ auflösen.

Anzeige

Saffe will den Verlag stärker von Anzeigen unabhängig machen. So sollen in Zukunft die Vertriebserlöse eine wesentlich stärkere Rolle spielen als bisher. Hierfür wurde der Verkaufspreis des „Spiegel“ von 3,50 auf 3,70 Euro erhöht und es werden teure Spezialhefte wie „Spiegel Geschichte“ oder „Spiegel Wissen“ gestartet. Weitere Ableger sollen folgen. Denn im Gegensatz zum Anzeigengeschäft läuft der Verkauf des „Spiegel“ weiterhin sehr gut. Im 4. Quartal 2008 hat das Nachrichtenmagazin gerade erst seine verkaufte Auflage um knapp vier Prozent gesteigert. Das neue Chefredakteurs-Duo Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo hat sich gut eingearbeitet.

Die Schwäche des „Spiegel“ beim Anzeigengeschäft spiegelt eins zu eins die Wirtschaftskrise wider. So haben laut Nielsen Media die Auto-Hersteller 2008 ihre Brutto-Werbeausgaben um 10,3 Prozent gesenkt. Um genau die gleiche Rate sanken die Anzeigenerlöse beim „Spiegel“, der traditionell stets sehr gut mit Werbung von Auto-Herstellern bestückt gewesen ist.

Wegen des schwachen Anzeigengeschäfts sind die Gesamtumsätze der Spiegel-Gruppe im vergangenen Jahr um knapp sechs Prozent auf 33 Mio. Euro gesunken. Die beiden Haupt-Objekte „Spiegel“ und „Manager Magazin“ verzeichneten sogar einen Umsatz-Rückgang um 6,5 Prozent auf 239 Mio. Euro. „Spiegel Online“ konnte seine Werbe-Erlöse zwar um sieben Prozent steigern. Das reicht aber bei weitem nicht aus, um die wegbrechenden Print-Anzeigenumsätze aufzufangen. Probleme, wie sie in diesem Jahr nicht nur der „Spiegel“ hat.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige