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Minusrekorde für ’stern‘, ‚Bild‘ & ‚BamS‘

Schlechte Nachrichten für die Print-Branche: Etwa drei Viertel der Titel, dessen IVW-Auflagen am Mittwoch vorab vom VDZ gemeldet wurden, haben im Vergleich zum Vorjahr verloren. Besonders bitter lief es u.a. für "stern", "Bild" und die "Bild am Sonntag" - dort gab es jeweils die geringsten Verkäufe seit mindestens 30 Jahren. Ebenfalls deutlich verloren haben viele Programmzeitschriften, u.a. "TV Movie", "Auf einen Blick", "TV Hören und Sehen" und die "Hörzu".

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„TV Movie“ verlor dabei satte 12,7% seiner verkauften Auflage aus dem vierten Quartal 2007 und liegt nun bei 1.599.339 verkauften Heften. Mit dem Verlust von 233.123 Exemplaren befindet sich das Programmmagazin in der Liste der größten IVW-Verlierer aus Platz 2 – nur beim „fondsmagazin“, Kundenzeitschrift der Deka-Gruppe und der Sparkassen, schrumpfte die Auflage noch deutlicher. Ebenfalls weit vorn bei den Absteigern: die „Bild am Sonntag“, die 4,9% im Vergleich zum Vorjahresquartal einbüßte, sowie „Audio Video Foto Bild“, das mit einem Verlust von 22,6% leben muss. „Bild“ und „Bild am Sonntag“ haben damit so wenige Exemplare verkauft wie seit mindestens 30 Jahren nicht – „Bild“ kommt nur noch auf 3.141.974 verkaufte Zeitungen pro Ausgabe, „Bild am Sonntag“ liegt nun bei 1.620.629.

Deutlich verloren haben demnach auch die wöchentlichen Billig-Frauenzeitschriften „Frau von heute“ (-32,4%) und „Alles für die Frau“ (-20,6%). Sie reihen sich damit in das Verlierer-Genre des Quartals ein. Fast alle der 32 vom VDZ veröffentlichten wöchentlichen Frauentitel verloren, nur „Die neue Frau“, „neue woche“, „Viel Spass“ und „Lea“ legten hauchdünn gegenüber dem Vorjahresquartal zu.

Zur Erinnerung: Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ veröffentlicht die verkauften Auflagen von über 400 Publikumszeitschriften vorab – allerdings ohne Aufschlüsselungen in Kiosk-, Abo- und sonstige Verkäufe, sowie Bordexemplare. Besonders bei den Auflagen-Gewinnern muss daher bis zur Veröffentlichung der endgültigen und detaillierten Auflagen in der kommenden Woche abgewartet werden, wie viel der Gewinne bei Betrachtung der harten Auflagen noch übrig bleibt.

Zu diesen Gewinnern gehört neben einer Reihe von Supplements und Kundenzeitschriften wie „rtv“ und „Ratgeber/amphora/Meine Apotheke“ vor allem das Magazin „LandLust“, dessen rasantes Auflagenwachstum wir bereits an anderer Stelle thematisiert haben. Hinter „LandLust“ folgen in unserem Gewinner-Ranking, in dem wir nur die Zeitschriften aufgeführt haben, die auch am Kiosk zu kaufen sind, die beiden Billig-Programmies „nur TV“ und „TV pur“. Auch Axel Springers „TV Digital“ gehört mit einem weiteren Plus von immerhin 1,8% wieder einmal zu den größten Gewinnern – ebenso wie „Welt der Wunder“ und die „Bravo“:

Beim „Spiegel“, der ebenfalls zu den Gewinnern des Quartals gehört, ist das Wachstum ein echtes Wachstum: Per Pressemitteilung teilte das Magazin bereits mit, dass das Plus vor allem durch gestiegene Kiosk-Verkäufe zustande kam. „Der Spiegel“ vergrößtert damit auch seinen Vorsprung auf den „stern“, der sich immer weiter von der ersehnten Millionen-Marke entfernt. Mit 960.834 Exemplaren verkaufte sich der „stern“ zudem so schlecht wie in den vergangenen 30 Jahren in keinem einzigen Quartal. Deutlich besser sieht die Entwicklung des „stern“-Ablegers „Neon“ aus. Mit einem erneuten Plus von 3,7% zieht der Titel an „in“ vorbei in die Top Ten der Aktuellen Zeitschriften:

In der Top 20 der auflagenstärksten, am Kiosk erhältlichen Zeitschriften bleibt „Der Spiegel“ wie im dritten Quartal auf Platz 9, ist damit aber das stärkste Nicht-Programmie. Denn: Auf den ersten acht Rängen der Liste finden sich ausnahmslos Programmzeitschriften: „TV 14“ bleibt mit 2.312.596 verkauften Heften Marktführer, gefolgt von „TV Digital“, das näher rückt, und „TV Spielfilm plus“, der Kombi, in der alle verschiedenen „TV Spielfilm“- und „TV Today“-Ausgaben zusammengefasst werden. Einzeln hat der VDZ die Auflagen von „TV Spielfilm“ und „TV Today“ diesmal leider nicht veröffentlicht. Ansonsten zeigt sich in der Top 20 weitgehend der Gesamttrend der Auflagenkurven, nur 7 der 20 Titel konnten gegenüber 2007 zulegen:

In der Gesamt-Top-20, also inklusive aller Supplements, Kunden- und Mitgliederzeitschriften, haben die am Kiosk verkauften Titel natürlich keine große Chance auf ganz vordere Plätze. Hier führt trotz eines Verlusts von 1,2% weiterhin der Auflagengigant „ADAC Motorwelt“. Mit 13,66 Mio. verschickten Exemplaren liegt sie mit einem Abstand von mehr als 4 Mio. vor dem Supplement „rtv“ und „Bleibgesund Life“:

Die Auflagen der großen überregionalen Tageszeitungen finden Sie in einer gesonderten Analyse.

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