Anzeige

US-Quartalssaison: Vor der Tech-Horrorshow

Auf ein Neues: In dieser Woche startet die turnusmäßige US-Quartalssaison. Anleger blicken sorgenvoll an die Wall Street, wo die führenden amerikanischen Technologie-, Internet-, und Medienkonzerne die Bilanzen des abgelaufenen Dreimonatszeitraums vorlegen. Und die dürften zum Schlechtesten zählen, was Aktionäre seit dem Platzen der New Economy-Blase erlebt haben. Die IT-Branche soll 2009 nämlich schrumpfen. Den Auftakt macht Donnerstag Intel – Google, Apple und Microsoft folgen nächste Woche.

Anzeige

Erneuter Showdown an der Wall Street: Wieder gibt sich die Créme de la Créme der amerikanischen Unternehmenslandschaft bei Vorlage der neusten Geschäftsbilanzen die Klinke in die Hand. Anlass zur Freude besteht dabei jedoch nicht. Im Gegenteil: Nachdem die US-Wirtschaft in den letzten Monaten im Zuge der Finanzmarktkrise dramatisch eingebrochen ist, rechnen Anleger nun mit dem Schlimmsten.  

Um bis zu 6 Prozent könnte die US-Konjunktur in den vergangenen drei Monaten nämlich bereits eingebrochen sein, prognostizieren etwa die Analysten der amerikanischen Investmentbanken Morgan Stanley und JP Morgan Chase. Davon dürfte auch die Technologiebranche maßgeblich betroffen sein. Wie das Marktforschungsinstitut Forrester Research voraussagt, sollen die Ausgaben für IT-Investitionen in 2009 weltweit um drei Prozent zurückgehen. In Deutschland soll das Minus gar 7 Prozent betragen. Das wäre der erste Rückgang seit dem schweren Krisenjahr 2002.

Intel macht den Auftakt – Google, Apple und eBay folgen

Wenig verwunderlich also, dass Anleger angespannt den neusten Zahlenwerken entgegenblicken. Außerplanmäßig hatten Time Warner und Intel bereits in der vergangenen Woche den Anfang gemacht – allerdings mit happigen Gewinn- und Umsatzwarnungen. 
Entsprechend sorgenvoll blicken Anleger dann auch auf die tatsächlichen Ergebnisse, die Intel am Donnerstag nach Handelsschluss veröffentlichen will. Im Zentrum dürften dann nicht mehr die um fast ein Viertel gefallenen Umsätze stehen, sondern vielmehr der Ausblick auf das bereits laufende Geschäftsquartal.

Richtig an Fahrt gewinnt die US-Quartalssaison dann in der kommenden Woche, wenn das Who-is-Who der Internetbranche seine Bilanzen vorlegt. Den Auftakt macht am Dienstag die Internetsuchmaschine Google, die zwischen Oktober und Dezember nach Analystenschätzungen 4,97 Dollar je Aktie verdient haben könnte – das wären gegen die Markttrend immer noch mehr als 10 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.   
 
Ausgeglichenes Ergebnis: Rettet Microsoft die Technologiewelt?

Das andere viel beachtete Technologieunternehmen an der Nasdaq könnte einen Tag später dagegen erstmalig seit Anfang des Jahrzehnts wieder rückläufige Erträge verzeichnen. So zumindest legen es Apples eigene Gewinnerwartungen nahe, die das Unternehmen Ende Oktober im Ausblick selbst stark reduziert hatte. Nach 1,76 Dollar je Aktie  im Vorjahr rechnen die von Thomson Financial befragten Analysten nun nur noch mit 1,39 Dollar je Anteilsschein. Allerdings ist Apple dafür bekannt, die eigenen Schätzungen bewusst konservativ zu wählen, um sie dann doch meist deutlich zu übertreffen.

Rückläufige Ergebnisse werden auch beim weltgrößten Onlineauktionshaus eBay längst unterstellt. Nach 0,45 Dollar je Aktie im vierten Quartal 2007 rechnen Anleger nunmehr nur noch mit 0,40 Dollar je Anteilsschein. Zum Fels in der Brandung könnte dagegen Microsoft werden. Im Vorjahreszeitraum hatte der weltgrößte Softwarekonzern noch 0,50 Dollar verdient. Exakt genauso hoch sollen die Gewinne auch in den abgelaufenen drei Monaten ausgefallen sein, erwarten die Thomson Financial befragten Volkswirte. Am nächsten Donnerstag sind Anleger schlauer.   

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige