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Clean Tech: Ist Google ein Umweltsünder?

Es könnte sein, dass die gefeierten Gutmenschen Sergey Brin und Larry Page Umwelt-Sünder sind. Nach einem Bericht der „London Times“ hat der Physiker Alex Wissner-Gross herausgefunden, dass jede Suchanfrage halb so viel CO2 verbraucht wie ein gewöhnlicher Wasserkocher beim Aufbrühen einer Tasse Tee. Eine Untersuchung, die sich wie ein Lauffeuer im Web verbreitete. Erst dementierte Google vehement, und nun zog auch Wissner-Gross einige Aussagen zurück.

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Der junge Harvard-Professor distanzierte sich von dem Wasserkocher-Vergleich. Laut „Times“ produziert eine Google-Suche rund 7 Gramm CO2 und das Erhitzen eines Teetasse für rund 15 Gramm neuen CO2 sorge. Diese Daten will Wissner-Gross nicht geliefert haben. Gesagt hat er jedoch zweifelsfrei: „Google arbeitet mit riesigen, auf der ganzen Welt verteilten Rechenzentren, die eine Unmenge an Energie verbrauchen.“ Weiter sagte er: „Jede Google-Suche hat definitiv Auswirkungen auf die Umwelt.“

Für die Suchmaschine wird das Thema Umweltschutz langsam aber sicher ein immer wichtigerer Faktor auf der eigenen PR-Agenda. Auch wenn der Professor seine Analyse relativierte: Es bleibt immer etwas haften.

In diesem Zusammenhang verwundert es auch nicht weiter, dass die Suchmaschine selbst ungewöhnlich rasch reagierte und sofort eine eigenen Stellungnahme im Google-Blog veröffentlichte. „Computer werden ein immer wichtigerer Teil im Leben vieler Menschen. IT-Technologie kostet Energie und hat Auswirkungen auf die Umwelt. Wir nehmen diese Auswirkungen aber sehr ernst.“ Weiter heißt es: „Fakt ist, eine Google-Suchanfrage verbraucht weit weniger Strom als Ihr eigener Computer.“

Für Blogger Marcel Weiss wird bei der Diskussion vergessen ein entscheidender Aspekt vergessen: „Völlig außer Acht gelassen wird dabei nämlich natürlich, wie viel Mehrwert und Effizienz Google und das ganze Web der Gesellschaft bringen können.“ Anstatt für eine Recherche in die nächste Bibliothek zu fahren, reicht ein Klick. Die Fahrt würde für einen wesentlich höheren CO2-Verbrauch sorgen.

Beim Thema Energie drückt Google seit Monaten schon aufs Tempo. Im vergangenen Jahr investierte die Stiftung der Web-Company Google.org alleine 45 Millionen Dollar in Clean-Tech-Forschungen. Dazu unterstützt die Suchmaschine die „Climate Savers Computing Initiative“, ein Non-Profit-Konsortium, das den Energie-Verbrauch bis zum Jahr 2010 auf 54 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr halbieren will. „Und das sind eine Menge an Teekessel“, schreibt das Google-Blog.

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