Zeitungssterben: Tränen in Seattle

In den USA geht das Zeitungssterben weiter. Hearst, immerhin einer der größten Medienkonzerne der Welt, hat bekannt gegeben, dass man die „Seattle Post-Intelligencer“ zum Verkauf stellen werde. 60 Tage wolle man versuchen, einen Käufer zu finden. Wenn das nicht klappt, werde man die Zeitung nur noch online erscheinen lassen – oder sogar ganz einstellen. Die „Seattle PI“ ist die älteste Zeitung in Washington State. 1863 wurde sie gegründet, 1921 von William Randoph Hearst übernommen.

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In den USA geht das Zeitungssterben weiter. Hearst, immerhin einer der größten Medienkonzerne der Welt, hat bekannt gegeben, dass man die „Seattle PI“ zum Verkauf stellen werde. 60 Tage wolle man versuchen, einen Käufer zu finden. Wenn das nicht klappt, werde man die Zeitung nur noch online erscheinen lassen – oder sogar ganz einstellen. Die „Seattle PI“ ist die älteste Zeitung in Washington State. 1863 wurde sie gegründet, 1921 von William Randoph Hearst übernommen.
Seit über acht Jahrzehnten gehört „Seattle PI“ jetzt zum Hearst Konzern, der mit über 7 Mrd. Dollar Umsatz und 20.000 Mitarbeitern einer der Big Player im US-Mediengeschäft ist.
Am Freitag gegen Mittag gab der Hearst Konzern bekannt, dass man die Zeitung zum Verkauf stellen werde. 60 Tage wolle man versuchen, einen Käufer zu finden. Wenn das nicht klappt, müsse man andere Optionen wahrnehmen. Entweder will man dann die Printausgabe einstellen und – mit verkleinerter Mannschaft – nur noch im Internet weitermachen, oder man will „Seattle PI“ sogar ganz sterben lassen, samt Online-Auftritt.
„One thing is clear: at the end of the sale process, we do not see ourselves publishing in print“, sagte Steven Swartz, der aus New York eingeflogene Zeitungs-Vorstand von Hearst, vor versammelter Belegschaft. Die Gründe für diesen Entschluß seien ausschließlich finanzieller Art. Seit 2000 hätte die „PI“ – die Abkürzung steht für „Post Intelligencer“ – nur noch Geld verloren. 14 Mio. Dollar sollen die Verluste alleine im letzten Jahr betragen haben. Und sie würden in der Zukunft eher größer als kleiner werden…
Laut Swartz sei Hearst auch nicht daran interessiert, den Konkurrenten „Seattle Times“ zu kaufen und dann die beiden Zeitungen zusammenzulegen. Darüber war die letzten Jahre viel spekuliert worden. Während die „PI“ nur noch 120.000 Exemplare verkauft, liegt die Auflage der Seattle Times immerhin noch bei rund 200.000.
Die Chancen, einen Käufer zu finden, sind gering. Im letzten Jahr wurden in den USA bereits einige Zeitungen zum Verkauf angeboten, die allesamt ohne Interessenten blieben. Darunter sind bekannte Blätter wie die „Chicago Sun-Times“, „The Union Tribune of San Dieg“ und „The Miami Herald“.
Als Swartz am Freitag in der Redaktion sprach, flossen Tränen. Swartz weigerte sich, Fragen zu beantworten. Später sagte er lediglich: „This is awful, awful, awful. I was just standing there looking around all these people I love to work with. I don’t want this to happen to me or them“.

Hier das Video der Ankündigung von Steven Swartz

 

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