MacWorld: Welche Asse hat Apple im Ärmel?

Es ist wieder so weit: Ab heute gibt der Computerpionier Apple auf der MacWorld Expo einen Vorgeschmack auf das Produktjahr 2009. Doch diesmal ist alles anders: Nach 25 Jahren verlässt der Macintosh-Hersteller seine eigene Hausmesse. Schlimmer noch: CEO Steve Jobs wird nicht einmal mehr die letzte Keynote halten, sondern Marketing-Chef Phil Schiller. Apple-Anhänger erwarten entsprechend wenig von der Veranstaltung – und könnten gerade deshalb überrascht werden.

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Vorhang auf für Philip Schiller! Wieder einmal versammelt sich die Mac-Welt im längst mythisch verklärten Moscone Center in San Francisco, um gespannt auf die Neuerungen in Apples Produktportfolio zu blicken. Doch diesmal ist alles anders:  Nicht der omnipräsente Apple-Gründer Steve Jobs, sondern Vize-Präsident Phil Schiller wird im Mittelpunkt der 25. und letzten MacWorld Expo stehen. Das hat einen einfachen Grund: Der 48-Jährige ist es, der am Dienstagmorgen amerikanischer Zeit die  viel beachtete Keynote halten wird.

Als der amerikanische  Macintosh-, iPod- und iPhone-Hersteller vor drei Wochen verkündete, dass die Keynote erstmals seit der Rückkehr 1997 nicht von Steve Jobs gehalten werden würde, war das Entsetzen groß. „Damit ist eines klar“, glaubte etwa Piper Jaffray-Analyst Gene Munster: „Der Schritt markiert einen Führungswechsel bei Apple“.

Geringe Erwartungen: Apples Produktlinie erscheint komplett

Ist der morgige Abend also der erste große Auftritt des kommenden neuen starken Manns bei Apple? Oder handelt sich eher um ein Ablenkungsmanöver, um den überbordenden Spekulationen um Steve Jobs’ Gesundheit den Boden zu entziehen? Fakt ist: Ab heute geht es in San Francisco tatsächlich einmal nicht um den 53-jährigen Computervisionär, sondern um die Neuerungen des mitunter fanatisch verehrten Technologieunternehmens.

Doch die Erwartungen für große Innovationen waren nicht zuletzt durch Jobs’ Absage deutlich geschrumpft.  Was könnte Apple auch präsentieren, nachdem die Produktlinie im vergangenen Jahr erst einmal rundum erneuert wurde? Die MacBook-Upgrades sind noch so neu, dass die neuen Aluminium-Modelle erst wenige Wochen vor Weihnachten in die Regale kamen – oder, wie das nachgebesserte MacBook Air in der 120 GB-Fassung, gar nicht mehr pünktlich ausgeliefert werden konnten.

Auch die iPod-Linie ist nach wie vor State-of-the-Art und wurde gerade erst im Herbst überholt: Auch hier erscheint genau wie beim neuen Umsatztreiber iPhone eine Generalüberholung höchst unwahrscheinlich – die zweite Generation wurde erst zu Beginn des dritten Quartals vorgestellt.

Kommen neue iMacs, ein neuer Mac mini oder gar der Tablet Mac?

Was könnte Phil Schiller also während der gut 90-minütigen Keynote, die bei Apples letztmaligem Messeauftritt nicht zum totalen Nonevent verkommen darf, vorstellen? „Ich glaube nicht, dass Apple im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Dollar in die Forschung und Entwicklung gesteckt hat, um dann gar nichts zu präsentieren“, glaubt etwa der Investmentstratege Jason Schwarz.

Welche Kaninchen könnte der Technologieinnovator also aus dem Zylinder ziehen? Glaubt man dem Wall Street Journal-Reporter John Paczkowski, könnten der Öffentlichkeit bis zu vier Produkte vorgestellt werden:

– Eine Vorschau auf das neue Betriebssystem Snow Leopard
– Eine Neuversion des Kleinstcomputers Mac mini
– Neue iMacs, deren aktuelle Versionen bereits mehr als 15 Monate alt sind
– Und ein Upgrade des Speichermoduls Time Machine zum Media Server 

Heißestes Gerücht: Kommt der Tablet Mac?

Weiter hartnäckig halten sich zudem die Gerüchte, Apple könnte doch noch einen ganz großen Coup landen und in den boomenden Netbook-Markt einsteigen – und zwar mit einem Tablet Mac, einer Mischung aus iPhone und MacBook Air. Damit würde  Apple der Tradition der großen Produktlaunches folgen:  2008 wurde die Einführung des MacBook Airs verkündet, 2007 erblickte das iPhone das Licht der Welt, 2006 wurde der Intel-Switch verkündet, 2005 kam der Mac mini.

„Ehrlich gesagt wären wir aber doch überrascht, wenn eine ganz große Ankündigung kommt“, dämpft Kaufman Bros. Senior-Analyst Shaw Wu die Erwartungen. Doch selbst wenn Apple keine ganz großen Neuerungen verkünden sollte, bliebe bis zuletzt ein Trumpf im Ärmel: Ein Gastauftritt von Steve Jobs, bei dem der charismatische Apple-CEO die anhaltenden Zweifel über seinen Gesundheitszustand zerstreuen könnte, wäre wohl für Apple-Anhänger wie -Aktionäre die beste Nachricht des neuen Jahres.

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