CES: Rezession frisst Tech-Innovationen

Nicht nur die MacWorld Expo lockt Technologiefans in diesen Tagen in die USA. Knapp 1000 Kilometer weiter südöstlich trifft sich in der Spielerstadt Las Vegas der Rest der Branche auf der "Consumer Electronics Show". Doch am ganz großen Glanz dürfte es mangeln – erstmals fehlt nämlich Microsoft-Gründer Bill Gates. Ob Steve Ballmer in die Rolle des visionären Vordenkers hineinwachsen kann, ist ebenso ungewiss wie große Produktinnovationen. Allenfalls Palms neues Betriebssystem wird mit Spannung erwartet.

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Vielleicht ist die Zeit der großen Technologiemessen einfach vorüber, vielleicht liegt es auch an der Rezession – aber so richtig Begeisterung will vor der 42. „Consumer Electronics Show“ (CES), die am Donnerstag in Las Vegas startet, nicht aufkommen. 

140.000 Besucher kamen im letzten Jahr zur CES – in diesem Jahr werden es keine 130.000 sein – und das auch nur, weil sich die meisten von ihnen vor dem 31. Oktober kostenfrei angemeldet haben. Auch die Aussteller sind im Rückzug begriffen: So haben Cisco, Philips, Seagate und Logitech aus Kostengründen auf eigene Stände verzichtet.

CES-Highlight: Linux-Palm

Entsprechend wird mit deutlich weniger Innovationen gerechnet.  Die ersten drahtlosen Produkte für die drahtlose Energieversorgung (Wireless Electricity) sollen vorgestellt werden. Samsung will den dünnsten LCD-Fernseher der Welt mit einer Bautiefe von lediglich 6,5 mm zeigen. Symwave und Seagate wiederum wollen die erste externe Festplatte mit „Super Speed“ USB 3.0-Anschluss präsentieren.

Für das eigentliche Messehighlight könnte dagegen der PDA-Hersteller Palm sorgen, der am Donnerstag nicht nur ein neues Smartphone vorstellen wird, sondern in erster Linie sein lang ersehntes neues Betriebssystem Nova.

Mit dem auf Linux basierenden Betriebssystem will Palm, das den Trend zu Smartphones völlig verpasst hatte und in den vergangenen Jahren  tief in die roten Zahlen gerutscht war, ein Konkurrenzprodukt zum iPhone und Blackberry vorstellen. Wie TechCrunch berichtet, soll der neue Palm wie das iPhone über einen Touchscreen und hervorklappbare QWERTY-Tastatur verfügen.

Steve Ballmer mit Keynote

Vielleicht aber liegt das mangelnde Interesse auch daran, dass eine Galionsfigur vergangener Tage  fehlt. Wie auch bei der MacWorld, die ohne Steve Jobs auskommen muss, fehlt auf der CES Gründergeist vergangener Tage:  Erstmals muss die Consumer Electronics Show ohne Microsoft-Vordenker Bill Gates auskommen.

In diese Rolle soll nun Microsoft-CEO Steve Ballmer schlüpfen, der das viertägige Event mit seiner Eröffnungsrede morgen Abend startet. Erwartet wird u.a. ein Preview auf  die nächste Windows-Version – Vista 7. Ob das ausreicht, um das angeschlagene Event in Zeiten der Rezession aufzuwerten,  erscheint jedoch ziemlich fraglich. „Wie ich höre,  schicken Unternehmen statt 10 diesmal gerade 2 Leute“, erklärt Forrester Research-Analyst James McQuevey. „Die Veranstaltung wird ein Schatten ihrer selbst“.

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