Zeitungs-Anzeigen mit 10 Prozent im Minus

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos: Zeitungsverleger-Präsident Helmut Heinen rechnet im ersten Halbjahr mit einem drastischen Anzeigenrückgang um bis 10 Prozent. Allerdings werde sich die Situation im zweiten Halbjahr entspannen. "Ich erwarte keine nachhaltig katastrophale Entwicklung", so Heinen im dpa-Interview. Durch die Krise seien jedoch unrentable Lokalredaktionen von der Schließung bedroht. Im letzten Quartal 2008 seien die Buchungen um 8 Prozent gegenüber Vorjahr gesunken.

Anzeige

Eine Krisenentwicklung wie in den Jahren 2001 und 2002 sieht Heinen, der Herausgeber der „Kölnischen / Bonner Rundschau“ ist, allerdings nicht. In Deutschland gebe es immer noch genügend Kaufkraft, so dass die Branche sich aus eigener Kraft retten könne: „Die Lage ist nicht so schlecht wie die Erwartungen.“
Der Trend zu Kooperationen von Mantelredaktionen, wie beispielsweise kürzlich bei der WAZ-Gruppe, ist aus Heinens Sicht richtig: „Ich halte solche Kooperationen für wünschenswert. Eine Zeitung aus Süddeutschland kann durchaus mit einer Zeitung aus Westdeutschland im Bereich der Auslandskorrespondenten, der Bundespolitik oder der Wirtschaft zusammenarbeiten.“ Dieses Modell funktioniere nicht nur in Verlagsgruppen, sondern auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Profitieren würden dabei vor allem auch kleinere Verlagen.
Bei den Internetportalen rechnet Heinen mit leicht steigenden Einnahmen. Grund seien die rasant steigenden Nutzungszahlen und eine bessere Vermarktung. „Die Verlage werden sicher nicht die Fehler wiederholen, die sie nach dem Abschwung 2002 und 2003 gemacht haben, und ihr Online-Engagement einstampfen.“

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige