Time Warner und Intel: Rezession schlägt zu

Die Angst kehrt zurück an die Börse: Ausgelöst haben sie zwei der Vorzeigekonzerne der Medien- und Technologiewelt. TimeWarner, hinter Disney der wertvollste Medienkonzern der Welt, kassierte gestern seine Gewinnprognose und vermeldete einen Abschreibungsbedarf von enormen 25 Milliarden Dollar. Der weltgrößte Chiphersteller Intel gab unterdessen eine geharnischte Umsatzwarnung heraus – im letzten Quartal brachen die Erlöse fast um ein Viertel ein.

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Es war nur ein kurzes versöhnliches Aufflackern zum Ende eines dramatischen Börsenjahres. Spätestens seit gestern ist die Schonfrist jedoch vorbei. Noch vor der Quartalsbeginn verkündeten nämlich gleich zwei Schwergewichte der Technologie- und Medienwelt Eil-Meldungen, die den Fokus wieder auf das Ausmaß der gegenwärtigen Finanzmarktkrise legen.

Intel, als weltgrößter Chiphersteller so etwas wie der Seismograph für den Ist-Zustand der Technologiebranche, verkündete gestern das, was er bereits im November verkündet hatte – nur in noch schrilleren Tönen: eine deftige Umsatzwarnung.

Nachdem Technologieanleger vor acht Wochen bereits eine Revision um 14 Prozent unter Vorjahresniveau verkraften mussten, legte der Dow Jones-Konzern gestern die Messlatte nochmals deutlich tiefer. So rechnet Intel nach vorläufigen Schätzungen im vierten Quartal nun nur noch mit Erlösen von 8,2 Milliarden Dollar. Im Vergleichszeitraum vor einem Jahr hatte der extrem konjunktursensible Halbleiterhersteller noch 10,2 Milliarden Dollar erlöst.

Milliardenabschreibungen bei Time Warner – AOL hart von Werbekrise getroffen
      
Auf den ersten Blick noch unappetitlicher sieht die Ad hoc-Meldung aus, die Time Warner gestern verbreitete. Einen nach US-Bilanzierungsregeln notwendigen Abschreibungsbedarf verkündete das Medienkonglomerat gestern vor Handelseröffnung an der Wall Street.

Allerdings fiel der dann doch happiger aus als erwartet. Enorme 25 Milliarden Dollar muss der Time Warner an Wert berichtigen – zum Löwenanteil durch die gesunkene Bewertung der Kabelsparte (15 Milliarden Dollar). Der Rest stammt immer noch aus Abschreibungen aus der Verlags- und vor allem Internetsparte (AOL), deren Werbeerlöse nach Analysteneinschätzungen um 18 Prozent einbrachen.  
 
Jahresergebnis bei Time Warner nun negativ

Als Folge musste das Medienkonglomerat auch seine Gewinnprognose deutlich zurücknehmen. Der Gesamtjahresgewinn vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen werde nun operativ etwa 1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegen, hieß es. Anfang November war Time Warner noch von einer Gewinnsteigerung von 5 Prozent ausgegangen. Unterm Strich wird durch die massiven Wertberichtigungen im Gesamtjahr 2008 nun ein Verlust anfallen.  Zuvor hatte der Medienriese noch einen Gewinn in Höhe von 1,04 bis 1,06 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.

Börsianer reagierten enttäuscht auf die neuen Hiobsbotschaften. Die Anteilsscheine von TimeWarner und Intel verloren gestern jeweils um mehr als 7 Prozent und tendieren auch zur Handelseröffnung an der Wall Street schwächer.  
 

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