Macworld: Phil Schillers großer Augenblick

Showtime in Cupertino! Wenn alles gesagt, geschrieben und über alles spekuliert worden ist, zählt nur noch eins: Die Keynote selbst. Heute Abend verkündete Apples Vize-Präsident Phil Schiller auf der Macworld Expo die Neuerungen des Produktjahres. Für Apple-Anhänger ein nostalgischer Augenblick – denn gleichzeitig war es die letzte Keynote auf der letzten MacWorld. MEEDIA blickt auf die Neuerungen, die sich vor allem im Software-Bereich abspielen. Ein neues MacBook Pro gibt es auch.

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Vorhang auf für Phil Schiller! Der Marketingchef von Apple hat die Bühne im prall gefüllten Moscone Center betreten und mit der Keynote begonnen. Drei große Produktneuheiten stellt Schiller in diesen Minuten vor:

• Die Rundumerneuerung des Softwarepakets iLife, das nun als iLife09 daherkommt und Foto-, Video- und Musiksoftware enthält. 

 – Die Fotosoftware iPhoto wird der Web 2.0-Welt angepasst und arbeitet nun mit Google Maps, Facebook und Flickr zusammen.

Auch neu dabei: Geo-Tagging mittels GPS (Places). iPhoto ergänzt automatisch Postleitzahl und Längen- bzw. Breitengrad.

Und ein neues neues Sortiersystem, das – wirklich wahr – nach Gesichtern sortiert (und deswegen ‚Faces‘ heißt). „Nach den Lieblingsmenschen“, sagt Phil Schiller.

– Auch die beliebte Videoschnittsoftware iMovie wurde weiterentwickelt. Neu: Animierte Karten, automatische Bildstabilisierung („image stabilization“) und neue Video-Effekte („…like video playback speed and effects, like aged film“).

– Und zuguter Letzt ein Upgrade von GarageBand, der Musiksoftware. Apple-User können nun Musikunterricht bekommen. Und zwar direkt aus der internationalen Popkultur: Von John Fogerty, Colbie Caillat, Patrick Stump, Sting gibt es Gitarrenlektionen. Sara McLaughlin, Ryan Tedder, Norah Jones „unterrichten“ unterdessen online am Klavier. „Incredible artists, we’re going to continue to add more and more along the way… they teach you the songs!“, freut sich Phil Schiller. Preis des Online-Unterrichts: 4,99 Dollar pro Einheit.

iLife wird Ende Januar ausgeliefert und kostet 79 Dollar.

• Zweiter Schwerpunkt des Abends: Die Desktopsoftware iWork09, bestehend aus Textverarbeitung (Pages), Präsentation (Keynote) und Tabellenkalkulation (Numbers).

iWork kostet ebenfalls 79 Dollar, 49 Dollar mit einem neuen Mac. (iLife und iWork zusammen 169 Dollar.)

Dazu ebenfalls neu: Die webbbasierte Office-Anwendung iWork.com – vergleichbar mit Google Docs -, die ab sofort in der Beta-Version kostenfrei startet.

• Dritter Schwerpunkt des Abends – und das eigentliche Highlight: Die 17″-Version des MacBook Pros!

Stolz verkündet Schiller, das MacBook ist das meistverkaufte Laptop des letzten halben Jahres in den USA. („If you look at a list of the laptops sold in the last 8 months, a MacBook has been #1 on that list every month.“)

Lieferumfang:  320 GB Festplatte, 2.66GHz, 4GB RAM – und offenbar eine deutlich verbesserte Batterie, die bis zu 8 Stunden halten soll. Stolzer Preis: Wie bisher: 2799 Dollar. Aber: „Die neuen MacBooks sind die grünsten Notebooks der Welt“, freut sich Phil Schiller.

War’s das? Natürlich nicht, denn es gibt ja noch „one more thing…“

Die Musiksoftware iTunes: Alle 10 Millionen verfügbaren Songs sollen zum Ende des Quartals ohne DRM, also ohne Kopierschutz, verfügbar sein. Zusätzliche Neuerung: Downloads über das iPhone: Nicht nur über Wifi, sondern auch über das normale Handynetz. Sowie: eine Preisanpassung, wohl um den großen Plattenfirmen entgegenzukommen – künftig kosten die Downloads nicht nur 99 Cent wie bisher, sondern auch 1,29 Dollar, aber auch 69 Cent.
Zum Abschluss ein symbolischer Abschied. Jazz-Ikone Tony Bennett singt auf der letzten Macworld Expo „I left my heart in San Francisco“. Und auch: „The best is yet to come“. 

Ob das wohl stimmt? Apple-Anhänger dürften nach dieser eher bescheidenen Keynote auf deutlich mehr im Produktjahr 2009 hoffen. Keine der großen Hoffnungen – weder eine Vorschau auf das Betriebssystem Snow Leopard, noch eine Neuversion des Kleinstcomputers Mac mini, noch ein Upgrade des Speichermoduls Time Machine, noch neue iMacs, geschweige denn iPods oder iPhones wurden vorgestellt.

Für die Börse ist das zu wenig: Die Apple-Aktie, die in Erwartung neuer Produktvorstellungen im heutigen Handelsverlauf bis auf 97 Dollar geklettert war, bricht in diesen Minuten ein und notiert nur noch bei 93 Dollar.

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