Warum Buchholz neuer G+J-Chef wird

Der Neustart bei Gruner + Jahr kommt rascher als erwartet: Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, wird Bernd Buchholz in Kürze Nachfolger von Vorstandschef Bernd Kundrun, der das Vertrauen der Gesellschafter verloren hat. Ein Sprecher des Mutterkonzerns Bertelsmann lehnte jeden Kommentar ab. Wie MEEDIA jedoch aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, gibt es an der Personalie keinen Zweifel mehr. Der 47-jährige promovierte Jurist wurde offenbar von beiden Gesellschaftern einvernehmlich nominiert.

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Der Neustart bei Gruner + Jahr kommt rascher als erwartet: Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, wird Bernd Buchholz in Kürze Nachfolger von Vorstandschef Bernd Kundrun, der das Vertrauen der Gesellschafter verloren hat. Ein Sprecher des Mutterkonzerns Bertelsmann lehnte jeden Kommentar ab. Wie MEEDIA jedoch aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, gibt es an der an der Personalie keinen Zweifel mehr. Der 47-jährige Buchholz wurde offenbar von beiden Gesellschaftern einvernehmlich nominiert.
Neben dem Bertelsmann-Konzern, der 74,9 Prozent der Anteile an G+J hält, muss die Familie Jahr (25,1 Prozent) dem Wechsel an der Spitze von Europas größtem Zeitschriften-Haus zustimmen. Hätte über die Absetzung Uneinigkeit bestanden, wäre mit einer so schnellen Entscheidung nicht zu rechnen gewesen: In weniger als zwei Wochen inklusive zahlreicher Feiertage kam der Entschluss zustande. Unternehmensnahe Kreise gehen davon aus, dass Buchholz das volle Vertrauen in Gütersloh und Hamburg hat und keinesfalls als Interimslösung gesehen wird.
Schon in den vergangenen Tagen hatte sich abgezeichnet, dass alles auf eine interne Lösung hinauslaufen würde. In den schwierigen Zeiten für Medienhäuser wäre ein längerfristiges Vakuum an der Verlagsspitze für die Gesellschafter nicht akzeptabel gewesen. Dem Vernehmen nach waren sich sowohl die Jahr-Familie als auch die Führung von Bertelsmann schnell darüber einig, dass Bernd Buchholz der geeignetste Kandidat für den Chefposten sei.
Buchholz ist bei Gruner + Jahr seit 1996 tätig, führte ab 2000 die Verlagsgeschäfte von „stern“ und kurz darauf auch die der GEO-Gruppe. Seit Januar 2004 ist er Vorstand für das Deutschlandgeschäft und die Online-Marken. Unter seinen Vorstandskollegen Achim Twardy (Finanzen) und Torsten-Jörn Klein (Ausland) gilt er in den Augen der Gesellschafter als „Schwergewicht“ mit Durchsetzungsstärke und Innovations-Power. Zudem verantwortet er den Kernbereich der Verlagsaktivitäten. Und, so ein Insider, „er hat auch den in dieser Zeit wichtigen Mut, Fehler zu korrigieren.“
Dies galt zuletzt auch für sein eigenes Verhalten. Als er wegen des „Sonnendeck“-Zitats in die Kritik geriet, entschuldigte sich der Vorstand bei einer Betriebsversammlung bei seinen Angestellten für den Vergleich der Belegschaft mit den Passagieren eines Kreuzfahrtsschiffs. Auch dies wurde ihm offensichtlich hoch angerechnet. Eine Rolle dürften auch die Bilanzen in seinem Vorstandsbereich gespielt haben. Die sind in den letzten Jahren stets glänzend gewesen: G+J Deutschland erzielte unter Bernd Buchholz Rekordergebnisse.
Mit der offiziellen Ernennung wird noch in diesen Tagen gerechnet.

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