„SZ“: Buchholz wird Gruner + Jahr-Chef

Nachdem die "Welt am Sonntag" meldete, dass Bernd Kundrun den Jahreswechsel im Kitzbüheler Anwesen von Hubert Burda verbrachte, steht die Ablösung des Gruner + Jahr-Chefs offenbar unmittelbar bevor. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ist der bisherige Zeitschriften-Vorstand Bernd Buchholz Favorit für den Vorstandsvorsitz des Medienhauses. Als weitere Kandidaten waren zuletzt Bertelsmann-Manager Fernando Carro und Springer-Vorstand Andreas Wiele gehandelt worden.

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Seit Kundrun am 23. Dezember seinen Rücktritt als Bertelsmann-Vorstand per Fax an die Gütersloher Konzernmutter erklärt hatte, gilt seine Demission als unausweichlich. Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski äußerte sich in der Folgezeit zwar nicht, soll nach Medienberichten aber Gespräche mit möglichen Nachfolgern geführt haben. Über ein Treffen mit Zeitschriften-Vorstand Bernd Buchholz, einem Vertrauten Kundruns, war bisher nicht spekuliert worden.
Eine Beförderung des promovierten Juristen an die Konzernspitze käme deshalb überraschend, zumal Gütersloher Unternehmenskreise das Krisenmanagement des Hamburger Verlags während der vergangenen Monate zuletzt vernehmlich gerügt hatten. Für Buchholz, 47, spricht, dass er das Haus am Baumwall bestens kennt und als durchsetzungsstark gilt. 1996 begann er seine Verlagskarriere als G+J-Vorstandsassistent, war 1999 Geschäftsführer der damaligen G+J-Zeitung „Hamburger Morgenpost“, ab 2000 führte er als Verlagsleiter den „stern“, seit Januar 2004 ist Buchholz Vorstand für den Bereich Zeitschriften und das Online-Geschäft.
Über die Neubesetzung muss zwischen Hauptgesellschafter Bertelsmann (74,9 Prozent) und der Familie Jahr, die die restlichen Anteile hält, Einvernehmen herrschen. Die nächste planmäßige Aufsichtsratssitzung ist für den 19. Januar terminiert. Es scheint aber wahrscheinlich, dass sich die Gesellschafter wegen der Dringlichkeit des Personalwechsels früher auf einen Nachfolger Kundruns verständigen.
Der Branchendienst Turi2 berichtet unterdessen, dass sich beide Gesellschafter bereits auf Buchholz als neuen Chef geeinigt haben und die Verträge bereits ausgearbeitet würden. Es ginge nur noch um die formale Absegnung durch den Aufsichtsrat.

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