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Dailylit.com: Literatur im Häppchenformat

Wer tagsüber viel und schnell liest, kennt das Problem. Abends reicht der Elan dann oft nicht mehr, um abends noch zum Buch zu greifen. Hier haben die Macher von Dailylit.com eine Marktlücke entdeckt und geschlossen. Wer vor lauter Arbeit nicht dazu kommt, ein Buch zu lesen, aber den Tag E-Mail-lesend vor seinem Rechner verbringt, kann bei Dailylit.com nun Bücher abonnieren. Jeden Tag erhält er dann ein paar Seiten per E-Mail, die sich bequem und schnell am Mittag oder in der Kaffeepause lesen lassen.

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Nachdem sich der User auf der Seite angemeldet hat, wählt er eines oder gleich mehrere aus aktuell 1.300 Büchern aus. Jedes dieser Bücher ist in dutzende oder hunderte Teile aufgesplittet. Die Lektüre dauert dabei nicht länger als fünf Minuten. Bei der Erstellung des persönlichen Newsletters kann der passionierte Mail-Leser auswählen, wann ihn die literarische Post erreichen soll und wie viele Lesehappen auf einmal im Postfach landen.

Weltliteratur im Häppchenmodus

Wer einen Aggregator wie Netvibes oder iGoogle nutzt, kann den Service der Gründer Susan Danziger und Albert Wenger auch als RSS-Feed abonnieren. Wenn die Spannung dann allzu groß wird, kann per Mausklick gleich die nächste Episode bestellt werden. Durch die Mail-Funktion könnte Dailylit.com auch für die Besitzer von mobilen Endgeräten interessant sein. So wird der PDA oder das Iphone zum preiswerten Ebook-Reader.

Ein erheblicher Teil des Angebots bietet Dailylit.com gratis an. Tolstois „Krieg und Frieden“ kann man so über zwei Jahre gestückelt als Email lesen. Bislang allerdings auf englisch. Die Auswahl reicht vom literarischen Klassiker über Jane Austen Romane bis zu Sprachkursen. Kürzlich erschienene Literatur kann gegen ein Entgelt von maximal 9,95 Dollar abonniert werden. Eine Bücher-Flatrate gibt es bislang nicht.
Das Comeback des Lesezirkels

Wer jetzt Gefallen gefunden hat, kann auf Dailylit.com auch auf andere Arten seinem Hobby fröhnen. Seit kurzem können Mitglieder der Community auch Lesegruppen beitreten und gemeinsam über die eigenen Erfahrungen mit dem Buch ihrer Wahl diskutieren. Bei Nichtgefallen kann das Werk dann direkt kommentiert und bewertet werden. Mit Hilfe der BookLists geht der Überblick nicht verloren. Wie der Name schon verrät, lassen sich über diese Funktion Listen erstellen. Um die nächste Lektüre zu planen, den Freunden Bücher zu empfehlen oder eine Sammlung der eigenen Lieblingsliteratur zu erstellen.

Wer noch unschlüssig ist, kann sich testweise so genannte „Book Sampler“ schicken lassen. So bekommt der User Auszüge aus über achtzig Genres geliefert. Mit den aktuellen Entwicklung auf dem digitalen Buchmarkt dürfte Dailylit.com allerdings Probleme bekommen. Gerade Amazons Kindle dürfte den Ebook-Sektor aufmischen. Der digitale Reader schluckt aber nur bei Amazon gekaufte Bücher und kostet in der Anschaffung rund 230 Euro. Besitzer eines Iphones oder Blackberrys kommen mit Dailylit vergleichsweise kostengünstig davon.

Richtige Bücherwürmer wird das digitale Flugblatt wohl kaum überzeugen. Bis Dailylit auch deutschsprachige Bücher listet, dürfte die Community für Leseratten im Zeitalter des Web 2.0 vor allem eine Nische bedienen. Für alle, die keine Fortgeschrittenen-Kurse belegt haben, dürfte Tolstoi in englischer Sprache eine Herausforderung werden. Ideal dürfte der Service für Menschen sein, die ihre Kaffeepausen oder die Wartezeit an der Haltestelle sinnvoll überbrücken wollen.

Plus: Eine gelungene Ergänzung für Menschen, die auch in der U-Bahn nach neuem Lesestoff lechzen.

Minus: Dailylit.com kann mit der Haptik eines Buches natürlich nicht mithalten. Einfaches Hin- und Herblättern oder das Unterstreichen von wichtigen Passagen funktioniert hier nicht.

Unsere Meinung: Eine gelungene Idee. Um den breiten Markt zu erreichen, müsste das Angebot jedoch erheblich ausgebaut werden.

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