G+J verschiebt Kündigungen

Der bevorstehende Führungswechsels bei Gruner + Jahr lenkte jüngst den Blick weg von einer weiteren Großbaustelle des Zeitschriftenhauses. Bei der G+J Wirtschaftspresse in Köln brodelt es nach wie vor wegen des Umzugs der Redaktionen nach Hamburg und der Kündigung aller Mitarbeiter. Kurz vor Weihnachten hat Ingrid Haas, die Verlagsgeschäftsführerin der Wirtschaftspresse, via Mail mitgeteilt, dass die Kündigungen nun doch erst im neuen Jahr ausgesprochen werden und nicht wie geplant im Dezember.

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Der bevorstehende Führungswechsels bei Gruner + Jahr lenkte jüngst den Blick weg von einer weiteren Großbaustelle des Zeitschriftenhauses. Bei der G+J Wirtschaftspresse in Köln brodelt es nach wie vor wegen des Umzugs der Redaktionen nach Hamburg und der Kündigung aller Mitarbeiter. Kurz vor Weihnachten hat Ingrid Haas, die Verlagsgeschäftsführerin der Wirtschaftspresse, via Mail mitgeteilt, dass die Kündigungen nun doch erst im neuen Jahr ausgesprochen werden und nicht wie geplant im Dezember. Warum das so ist, darüber gibt es verschiedene Sichtweisen.

Offiziell ist der Grund für die verzögerten Kündigungen eine plötzlich entdeckte Sorge um die Nöte der geschassten Kollegen. So schreibt Frau Haas in ihrer Mail, die MEEDIA vorliegt, wörtlich: „Ich möchte Ihnen heute auf diesem Wege mitteilen, dass wir im kontinuierlichen Abwägungsprozess zwischen der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens und dem möglichst sozialen Umgang mit Ihnen, den betroffenen Mitarbeitern entschieden haben, die Kündigungen erst zum nächsten Termin auszusprechen, bei Quartalsfristen ist das also ein Quartal später.“

Für G+J ist das zunächst einmal nicht ganz billig, denn nun muss der Verlag die Gehälter für ein komplettes weiteres Quartal zahlen. In den Redaktionen äußern einige allerdings Zweifel daran, dass die Kündigungen wegen reiner Menschenfreundlichkeit ausgesetzt wurden. Dem Vernehmen nach gab es in einigen Schriftwechseln zwischen Verlag und der Anwaltskanzlei, die den Betriebsrat vertritt, Formfehler und eine fristgerechte Zustellung von formal korrekten Kündigungen sei vor dem Jahreswechsel schlicht nicht mehr möglich gewesen. Ob Frau Haas wirklich dachte, mit solch einer E-Mail die vor den Kopf gestoßenen Mitarbeiter der Kölner Wirtschaftspresse zu besänftigen? Seltsam.

Für ordentlichen Zoff zwischen Betriebsrat und Verlag sorgt außerdem der noch nicht fertig ausgehandelte Sozialplan. Wie zu hören ist, beklagen sich die Gekündigten aus Köln, dass sie mit ihren Abfindungen teilweise schlechter gestellt werden sollen als die so genannten „Minderleister“, denen G+J noch eine üppig bemessene „Turbo-Prämie“ hinterher geworfen hat, wenn sie sich zügig für einen Abgang entscheiden.

Und eigentlich sollte am 1. März ja die neue Zentralredaktion für alle Wirtschaftstitel in Hamburg ihre Arbeit aufnehmen. Wie das gehen soll, mit nun verzögerten Kündigungen und der offenen Führungsfrage an der G+J-Spitze fragt sich so mancher in Köln und München. Gut möglich, dass der bald kommende Nachfolger von Bernd Kundrun, die Operation Zentralredaktion zeitlich ein bisschen nach hinten schiebt.

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