ARD-Streit um Anne Will und Bundesliga

Fernsehen Sie ist die Talkqueen 2008: Keine TV-Gesprächsrunde wurde in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt von mehr Deutschen, 3,61 Millionen, gesehen als „Anne Will“. Ob das auch 2009 so bleibt, ist fraglich. Denn nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ sind die ARD-Intendanten mittlerweile uneins darüber, wann und wo die Zusammenfassung der Sonntagsspiele der Fußballbundesliga laufen sollen. Mögliches Opfer der teuren Sportrechte: Anne Will.

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Verantwortlich für den neuen Sonntagsärger in der ARD ist eigentlich eine gute Nachricht. Beim Verkauf der TV-Rechte für die Fußballbundesliga sicherte sich der öffentlich-rechtliche Senderverbund nicht nur – wie bisher – die Erlaubnis, eine Zusammenfassung der Samstagsspiele zu zeigen, sondern auch die Rechte für die beiden Partien am Sonntag. Ausstrahlungszeitpunkt für die neue Sonntags-„Sportschau“ wäre dann 21:45 Uhr, direkt nach dem „Tatort“. Also der aktuelle Sendeplatz von Anne Will.

Die Lösung für dieses Dilemma schien gefunden: In der ARD läuft „Anne Will“ und die Dritten-Programme sollten die Bayern, Schalke & Co. zeigen. Ein Modell, das vor allem die Intendanten Lutz Marmor vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) und Peter Boudgoust vom Südwestrundfunk (SWR), der ab Januar auch den ARD-Vorsitz übernimmt, favorisieren.

Der „Focus“ berichtet jedoch, dass sich die Sportchefs der ARD kurz vor Weihnachten einmütig dafür ausgesprochen hätten, die Bundesliga-Zusammenfassung um 21.45 Uhr im Ersten zu zeigen. Unterstützung bekommen sie zumindest von einem nicht namentlich genannten Senderchef. Ihn zitiert das Nachrichtenmagazin mit den Worten: „Wir sind nicht das Überlaufbecken des Ersten Programms.“

Sollten sich die Intendanten wirklich dazu durchringen und „Anne Will“ verlegen, würden sie ihre erfolgreichste politischen Gesprächsrunde demontieren. Der MEEDIA-Talkcheck 2008 zeigt, dass „Anne Will“ mit 3,61 Millionen Zuschauern die meistgesehene Talkshow im deutschen Fernsehen ist. Erst nach der ehemaligen Tagesthemensprecherin folgt „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg, „Maybrit Illner“, „Beckmann“, „Menschen bei Maischberger“ und „Johannes B. Kerner“. Zählt man anstatt der Zuschauer die Marktanteile, führt Kerner aufgrund seines späteren Sendeplatzes.

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