Kundrun nicht mehr Bertelsmann-Vorstand

Publishing Breaking News am Heiligabend: Bernd Kundrun, seit acht Jahren Vorstandschef bei Gruner + Jahr, scheidet aus dem Vorstand des Mutterkonzerns Bertelsmann aus. Dies geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Damit dürfte auch das Karriere-Ende Kundruns am Baumwall besiegelt sein. Die genauen Hintergründe sind noch nicht bekannt. Alles deutet aber darauf hin, dass die kürzlich bekannt gewordenen Verhandlungen des G+J-Chefs mit ProSiebenSat.1 eine maßgebliche Rolle gespielt haben.

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Breaking News am Heiligabend: Bernd Kundrun, seit acht Jahren Vorstandschef bei Gruner + Jahr, scheidet aus dem Vorstand des Mutterkonzerns Bertelsmann aus. Dies geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Damit dürfte auch das Karriere-Ende Kundruns am Baumwall besiegelt sein. Die genauen Hintergründe sind noch nicht bekannt. Alles deutet aber darauf hin, dass die kürzlich bekannt gewordenen Verhandlungen des G+J-Chefs mit ProSiebenSat.1 eine maßgebliche Rolle gespielt haben.
Kundrun war am Morgen für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er hatte aber erst kürzlich gegenüber MEEDIA klargestellt, dass der Vorstandsvorsitz des kriselnden TV-Konzerns für ihn nicht in Betracht gekommen sei und er ein Angebot der Private-Equity-Firmen KKR und Permira abgelehnt habe. Dieser Darstellung widersprach ein Bericht des „Manager Magazins“, das folgende Version verbreitete: Kundrun habe bis zuletzt für den Posten zur Verfügung gestanden und sei in der Endrunde dem branchenfremden Bewerber Thomas Ebeling unterlegen.
Auch wenn sich die genauen Umstände nicht klären ließen, so war der Imageschaden für den Gruner + Jahr-Boss doch gewaltig. Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski äußerte sich öffentlich nicht zu den Vorgängen, musste aber im „Manager Magazin“ (an dem G+J zu 37 Prozent beteiligt ist) unter anderem lesen, dass Kundrun angeblich Wechselabsichten hegte, weil die Konzernmutter hoch verschuldet sei und zu wenig Geld für kreative Gestaltung bei Gruner + Jahr zur Verfügung stellen könne.
Bernd Kundruns Vertrag bei G+J läuft bis 2010. Es ist jetzt davon auszugehen, dass dieser nicht verlängert und wahrscheinlich sogar früher aufgelöst wird. In den vergangenen Monaten hatten Kundrun und sein Zeitschriften-Vorstand Bernd Buchholz den Verlag auf einen entschlossenen Sparkurs eingestimmt, die Entlassung von mehr als 110 Mitarbeitern im Bereich der Wirtschaftspresse bekannt gegeben und eine Kampagne zur Trennung von sogenannten „Minderleistern“ in den Redaktionen geführt. 70 Mitarbeiter unterschrieben darauf hin Aufhebungsverträge. Nach der Einstellung des Prestige-Magazins „Park Avenue“ erklärte Buchholz die Sanierungsmaßnahmen für „soweit beendet“. 2009 sollte das Jahr der Konsolidierung in Zeiten der Krise werden.
In der Ära unter Bernd Kundrun lieferte Gruner + Jahr auch dank des starken Auslandsgeschäfts hervorragende Ergebnisse. Kundruns größtes verlegerisches Projekt bei war die Gründung der „Financial Times Deutschland“ im Jahr 2000. Doch obwohl die Zeitung in der Branche einen exzellenten Ruf genießt, blieben die wirtschaftlichen Ergebnisse stets ernüchternd. Die „FTD“ entwickelte sich zum Rendite-Bremser und schlug jährlich mit Millionenverlusten zu Buche. Nachdem 2007 der Teil-Verkauf an den Spiegel-Verlag am Widerstand der Mitarbeiter KG scheiterte, übernahm G+J im Januar den 50 Prozent-Anteil der britischen Pearson-Group. Ab Frühjahr 2009 soll die „FTD“ Herzstück einer 230 Köpfe starken News-Einheit für alle G+J-Wirtschaftsmedien werden. Es scheint allerdings nach dem heutigen Nachrichtenstand fraglich, ob dieser Umbau noch von Vorstandschef Kundrun verantwortet wird.

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