Die siebten Plätze des Top und Flop-Rankings

Publishing MEEDIA nennt die Internet-Gewinner und -Verlierer des Medienjahres 2008. Bereits zum vierten Mal in vier Tagen gibt es Lob und Kritik für nationale Web-Projekte. Den siebten Platz müssen sich drei Journalisten teilen, die sich trauten publizistisches Neuland zu betreten. So gehören sie zu den bislang wenigen prägenden Figuren einer neuen bewegten und bewegenden Gattung. Auf Platz sieben der Flop Ten liegt dagegen ein Internt-Projekt, das auch etwas Neues versuchte, aber bislang scheiterte.

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Flop: Platz 7
Zoomer.de: Richtige Idee, aber noch an der Umsetzung gescheitert

Burda, Bauer oder auch Springer sahen ganz genau hin, als im Februar die Verlagsgruppe Holtzbrinck sein neuestes Web-Projekt startete. Zoomer.de wollte mit einer neuen Nachrichten-Logik plus einer aktiven Leser-Beteiligung das Kunststück vollbringen, die 14- bis 27-jährigen für ein Nachrichten-Angebot zu begeistern. Die Seite wirkte chaotisch und wenig informativ, aber wenn das die Zielgruppe so wollte, dann war man bereit diese Details Holtzbrinck und Chefredakteur Frank Syré zu verzeihen.
Wenige Tage vor dem Starttermin gelang der Berliner Redaktion ein echter Coup: Ulrich „Mister Tagesthemen“ Wickert wurde als Herausgeber und Video-Blogger verpflichtet. Die Fachpresse und die Konkurrenten waren beeindruckt.
Doch nach wenigen Wochen war klar: Die Seite ist wirklich chaotisch und wenig informativ. Daran konnte auch Ulrich Wickert nichts ändern. Bereits nach kurzer Zeit wurden auch die Videokommentare des Herausgebers seltener. Dann hieß es im Sommer auf einmal: Die Seite wird überarbeitet. Spätestens jetzt stand fest: Zoomer nicht.
Der Relaunch kam, aber das Portal blieb chaotisch und wenig informativ. Also zog Holtzbrinck im Dezember die Notbremse und legte die Redaktionen von Zeit Online, Tagesspiegel.de und Zoomer unter der Regie von Zeit Online-Chef Wolfgang Blau zusammen.

Eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Chefs wird es sein, Zoomer aufzuräumen und die Qualität zu erhöhen. Aktuell ist die Seite einfach zu chaotisch und wenig informativ.
 
Top: Platz 7
Die neuen Video-Stars: Matthias Matussek, Oliver Gehrs und Harald Martenstein

Alle drei können schreiben. Sie sind echte Journalisten. Matussek schreibt für den Spiegel großartige Reportagen und leitete bereits das Kultur-Ressort. Martenstein ist der Zeit-Kolumnen-König und Gehrs macht mit Dummy wohl eines der einflussreichsten Print-Hefte der letzten Jahre. Darüber hinaus bewiesen sie aber den Mut das Genre zu wechseln und versuchten sich mit viel Erfolg als Video-Blogger.
Die drei Video-Musketiere, was man dem TV-erfahrenen Zoomer-Kolumnisten Wickert viel eher zugetraut hätte: Sie nutzten das jungen ungeregelten Genre des Internet-Videos für ständige Experimente und sorgten so für ein ganzes Jahr bester Unterhaltung.

Dank seiner Goethe-Puppe und seines Esprits trifft der bloggende Matussek die Großen diese Welt. Martenstein dagegen findet an seinem Kreuzberger Küchentisch selbst im kleinsten Detail noch eine Pointe. Anders Gehrs: Jeden Monat freuen sich unzählige Journalisten-Kollegen bereits darauf, welches Print-Magazin der scharfzüngige Kritiker diesmal in seiner Video-Kolumne „Blattschuss“ auseinander nimmt.
Martenstein und Gehrs sendeten auf dem regionalen Web-Sender Watchberlin der Verlagsgruppe Holtzbrinck. Weil sich das lokale Internet-Fernsehen so schlecht vermarkten ließ, entschlossen sich die Manager die Station zum Jahresende dicht zu machen. Mit Martenstein und Gehrs soll es aber weitergehen. Gelingt es den Dreien ihre Qualität zu halten, sammeln sie noch weit mehr Zuschauer ein und dann ist im nächsten Jahr sogar noch eine weit bessere Platzierung drin.
>> Platz 8: Qype, Schwarzekarte
>> Platz 9: Combots, Ikea

>> Platz 10: „FAZ“, FAZ-Blogs

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