Montgomery in zwei Monaten pleite?

Publishing Der Druck auf David Montgomery wird immer größer. Jetzt setzten Banken und Gläubiger dem hochverschuldeten britischen Zeitungsmogul eine (wohl letzte) Frist bis Ende Februar, seine finanzielle Schieflage zu korrigieren. Insider rechnen mit bevorstehenden Verkäufen einzelner Segmente des internationalen Portfolios von fast 300 Titeln. Die Zukunft der deutschen Blätter von Montgomery, allen voran die "Berliner Zeitung", ist ungewiss, eine tragfähige Krisenstrategie nicht erkennbar.

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Mit Verbindlichkeiten in Höhe von 587 Millionen britischen Pfund (622 Millionen Euro) hat Montgomery keine Chance, 2009 zu überstehen, zumal die Aktie des Konzerns im vergangenen Jahr dramatische 98 Prozent an Wert verloren hat und derzeit bei einem Cent (!) notiert. Das Gesamtunternehmen ist damit aktuell 16 Millionen Euro wert.
Und es fehlt an Perspektiven: Einerseits setzt die von Montgomery 2002 gegründete Mecom Holding auf die Devise „Online First“, doch zumindest in Deutschland werden die Webangebote systematisch zurückgefahren oder sind mit so geringen Budgets ausgestattet, dass ein Wachstum kaum wahrscheinlich ist. Das Rendite-Potenzial durch rigide Sparmaßnahmen wurde bei den meisten Blättern schon in den vergangenen Jahren bis ans Limit ausgereizt.
Sicher scheint, dass Montgomery verkaufen muss, um wenigstens etwas Geld in die leeren Kassen zu spülen. Doch selbst die einträglichsten Geschäftsbereiche würden heute im Verkauf nur noch die Hälfte dessen erlösen, was die Mecom dafür teilweise erst vor wenigen Monaten bezahlt hat. Auch die deutschen Zeitungen Montgomerys sind potentielle Übernahmekandidaten. Erst am Wochenende waren Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf der „Hamburger Morgenpost“ durchgesickert. Den Titeln stehen schwierige Wochen bevor.

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