Holtzbrinck: VZ-Gründer fordern Millionen

Publishing StudiVZ kommt nicht zur Ruhe. Neuester Aufreger: Nach einem Bericht der „FTD“ planen Ehssan Dariani und Dario Suter, zwei der ehemals größten Anteilseigner, die Verlagsgruppe Holtzbrinck wegen nicht gehaltener Abmachungen zu verklagen. Die beiden bestehen auf angeblich fällige Zahlungen in Millionenhöhe. 2007 hatte Holtzbrinck das Start-up für geschätzte 85 Mio. Euro gekauft. Wegen der ausstehenden Gelder soll Dariani bereits ein Schiedsgericht angerufen haben.

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Den eher ungewöhnlichen Weg über ein Schiedsgericht muss Dariani wählen, weil ihm eine Klausel im Kaufvertrag verbieten soll, im Falle von Streitigkeiten bezüglich des StudiVZ-Holtzbrick-Deals ein normales Gericht anzurufen. Der Gründer Dariani und der ehemalige Chief Marketing Officer Suter werfen – laut „Financial Times Deutschland“ – dem Holtzbrinck-Management vor, „sich nicht an mündliche und schriftliche Vereinbarungen gehalten zu haben“. Neben dem einmal gezahlten Kaufpreis beinhalte der Vertrag noch weitere variable Zahlungen, die sich an bestimmten Erfolgsziffern wie Nutzerzahlen, Umsatz und Gewinn orientiere.

Ein unternehmensnaher Insider berichtete MEEDIA, dass Dariani der Verlagsgruppe vorwirft, in diesem Jahr den Gewinn möglichst gering zu halten und zusätzlich die Kosten extra nach oben zu treiben, um so den Gesamtpreis für die Start-up-Übernahme zu drücken. Stichtag für die Berechnung der meisten Erfolgsziffern soll der 31. Dezember 2008 sein.

Exakte Umsatzzahlen der VZ-Gruppe für das Jahr 2008 gibt es nicht. Allerdings gehen die Experten von Einnahmen in Höhe von zehn bis maximal 13 Millionen Euro aus. Die Betriebskosten dürften leicht darüber liegen. Vermaktungs-Insider bemängeln schon lange, dass sich mit wenigen Korrekturen die Vermarktungserlöse und damit auch die Umätze der Plattform schnell steigern ließen.

Bereits seit Monaten sollen – laut „FTD“ – Dariani und Suter versuchen, eine einvernehmliche Regelung mit Holtzbrinck zu finden. Bislang allerdings ohne Erfolg. Mit zwei anderen VZ-Managern gelang Holtzbrinck gerade eine einvernehmliche Trennung. Dennis Bemmann und Michael Brehm scheiden zum Jahresende aus dem Unternehmen aus. Bemmann gehörte neben Dariani zu den Gründern der Plattform. Im Sommer 2005 hatte der Berliner das Portal fast im Alleingang programmiert. Rund ein Jahr später stieß der Investmentbanker Brehm zum Gründerteam um Dariani und Bemmann.

Die VZ-Gruppe, bestehend aus StudiVZ, SchuelerVZ und MeinVZ, und ihr Geschäftsführer Clemens Riedel wollten auf MEEDIA-Anfrage – mit Verweis auf die Gesellschafter – keine Stellungnahme abgeben.

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