Wie G+J: Time Inc. überprüft Portfolio

Nicht nur die WAZ und G+J müssen sparen: Selbst der größte Zeitschriften-Verlag der Welt muss Gegenmaßnahmen zur Medienkrise ergreifen. Erster Schritt: Time Inc.-CEO Ann Moore will sich von 600 Mitarbeitern trennen. Dabei hatte sie bereits 1000 Stellen abgebaut. Zweite Maßnahme: Alle 24 Zeitschriften werden in drei Sparten gebündelt und drittens sollen bald alle Redakteure des Verlagshauses für jeden Titel („Time“, „People“ oder „Instyle“) schreiben. So entstünde der größte Newsroom der Welt.

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G+J ist in guter Gesellschaft. In den USA durchleuchten alle große Verlage ihre Titelpalette und sparen und streichen, wo immer es nur geht. 
So sickerte die letzten Tage durch, dass Time Inc, der größte Zeitschriften-Verlag der Welt und Tochter von Time Warner, „in the very near future“ sich von 600 Mitarbeitern trennen wird. Das klingt nach viel, sind aber nur 6% der weltweit 10.200 Mitarbeiter. Dazu muß man aber wissen, daß Time Inc-CEO Ann Moore in den letzten beiden Jahren vorausschauend bereits 1000 Stellen (!) abgebaut hat.  
Time Inc. gilt in den USA – ganz erstaunlich für einen Weltkonzern – als ein ziemlich ungeordnetes Zeitschriften-Haus: „Individual publishers and editors essentially running their own shows“, monieren Insider. 
Das soll sich ab sofort bitte ändern. Die 24 Zeitschriften und deren Website, die Time Inc. in den USA verlegt, werden in 3 Sparten eingeteilt: 

  • News: Time, Fortune, Money, Sports Illustrated
  • Lifestyle: Real Simple, Coastal Living und weitere
  • Style+Entertainment: People, InStyle, Entertainment Weekly

Alle Macht unterhalb von Moore liegt bei CFO, als dem obersten „Bean Counter“ des Verlags. Das sagt alles über die neuen Zeiten! 
Weitere Details wurden noch nicht veröffentlicht, aber es gilt als sicher, daß Time Inc. seine Redakteure anweisen wird, gleichzeitig für mehrere Blätter des Hauses zu schreiben. So will man die Redaktionskosten senken. Und natürlich wird man weiter Umfänge zurückfahren.  
Als Cashcow von Time Inc. gelten „People“ und „Instyle“. Der Deckungsbeitrag von „Time“-Magazine dürfte dagegen sehr bescheiden ausfallen. Offiziell bestreitet man, dass Zeitschriften eingestellt werden könnten. Von Insidern hört man jedoch, dass „Entertainment Weekly“ gefährdet sei.  

Es ist kein Geheimnis, daß Time Warner-CEO Jeffrey Bewkes mit der Performance seiner Zeitschriften-Tochter nicht zufrieden ist. Immer wieder kommen Gerüchte auf, Time Warner könne sich ganz von seinem Zeitschriften-Geschäft trennen.  

Deutschland und die USA, G+J und Time Inc: wie sich die Bilder doch gleichen!

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