Wann kommt die deutsche ‚Huffington Post‘?

Gerade hat Nielsen neue Daten für die erfolgreichsten News-Sites in den USA veröffentlicht. Danach gab es im Oktober vor allem einen Gewinner: Die „Huffington Post“, deren Traffic gegenüber dem Vorjahr um sagenhafte 448% auf jetzt 8,1 Mio. Unique Visitors gestiegen ist. Die liberale Online-Zeitung von Arianna Huffington, eigentlich ein Mix aus Autoren-Magazin und Polit-Blogs, wäre auch im deutschen Web eine interessante Bereicherung. Vor allem, wenn sich ein Top-Journalist für die Idee begeistern würde...

Werbeanzeige

Gerade hat Nielsen neue Daten für die erfolgreichsten News-Sites in den USA veröffentlicht. Danach gab es im Oktober vor allem einen Gewinner: Die „Huffington Post“, deren Traffic gegenüber dem Vorjahr um sagenhafte 448% auf jetzt 8,1 Mio. Unique Visitors gestiegen ist. 
Wegen der US-Präsidentschafts-Wahl konnten fast alle Nachrichtensites in den letzten Monaten deutlich Zuwächse erzielen. Die ersten beiden Plätze gehen an die Websites der Fernsehsender MSNBC und CNN, Yahoo News liegt auf Platz 3, Google News erst auf Platz 10.  
Hier die Top 10 und ihre prozentualen Gewinne gegenüber Vorjahr: 
1) MSNBC                                   40,1 Mio.                 +  37%
2) CNN                                        38,5 Mio.                  + 27%
3) Yahoo News                            37,3 Mio.                 + 13%
4) AOL News                               20,9 Mio.                 +   1%
5) NY Times                                20,3 Mio.                 +  16%
6) Tribune Newspapers                17,7 Mio.                  +  36%
7) ABC News                               15,5 Mio.                  +  43%
8) Fox News                                14,3 Mio.                  +  51%
9) Gannett                                   12,9 Mio.                  –    5 %
10) Google News                          12,5 Mio.                 +  13% 
Im Schnitt sind die führenden Newssites in den letzten 12 Monaten zwischen 20-30% gewachsen. Dass die „Huffington Post“ über 400% Plus gemacht hat und inzwischen schon auf Platz 18 liegt, spricht für das enorme Potential, das die 2005 gegründete Online-Zeitung hat. Sie wird inzwischen „Amerikas einflussreichstes Alternativmedium“ genannt.

Das Besondere an der „HuffPo“: sie bringt über 800 Blogs verschiedenster Couleur. Dort schreiben Politiker wie Joe Biden oder Filmstars wie Diane Keaton, Alec Baldwin und Daryl Hannah. Und auch ein Deutscher ist dabei: Hubert Burda hat sich Gedanken darüber gemacht,  „How People see Themselves“. Im Gegenzug darf Focus Online ausgewählte Artikel der HuffPo auf deutsch veröffentlichen. 
„Wir sind die Zukunft der Nachrichten, die Blogger zeigen den Mainstream-Medien, woher der Wind weht.“ beschreibt Arianna Huffington ihre Idee. Sie will „die besten Seiten einer traditionellen, gedruckten Zeitung mit dem Besten verbinden, was das Netz zu bieten hat“. Und CEO und Mitbegründer Kennetz Lerer fügt hinzu, man wolle „fürs Internet das werden, was CNN fürs Fernsehen ist“. 
Die in Athen geborene Arianna Huffington war lange Zeit Republikanerin, bevor sie ins Lager der Demokraten übergewechselte. „Time Magazine“ zählt die in Athen geboren Kolumnistin zu den 100 einflussreichsten Menschen weltweit. Und die „New York Times“ lobt, sie würde ihre Web-Karriere „with the finesse of a ballerina and the ferocity of a fullback“ bestreiten.  

Wenn man sich vor Augen hält, wie viele erfolgreiche Internet-Ideen aus den USA 1:1 nach Deutschland exportiert wurden – von Facebook/StudiVZ über Geni/Verwandt bis zu Twitter/Frazr – dann ist es eigentlich fast ein Wunder, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, in Deutschland eine Online-Zeitung in der Machart der „Huffington Post“ zu probieren. 

Das wäre doch eigentlich eine interessante Aufgabe für unterbeschäftigte Ex-„Spiegel“-Macher wie Stefan Aust oder Gabor Steingart…

Mehr zum Thema

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige