Schwarze Woche für die US-Printmedien

In den USA geht die Printkrise dramatisch weiter. Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht neue Hiobsbotschaften kommen. Gestern ging das Gerücht um, dass Time Warner-Wochenblatt „Entertainment Weekly" würde im Print eingestellt und nur noch im Internet erscheinen. "Newsweek" will angeblich ab 2009 seine verkaufte Auflagen von derzeit noch 2,6 Mio. Exemplaren erheblich abbauen. In den USA sind Abo-Auflagen meist extrem subventioniert. Laut einer neuen Studie wird 2009 jeder zehnte Print-Titel eingestellt.

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In den USA geht die Printkrise munter weiter. Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht neue Hiobsbotschaften kommen. Gestern ging das Gerücht um, das Time Warner-Wochenblatt „„Entainment Weekly““ würde im Print eingestellt und nur noch im Internet erscheinen. „Newsweek“ will angeblich ab 2009 seine verkaufte Auflagen von derzeit noch 2,6 Mio. Exemplaren erheblich abbauen. In den USA sind Abo-Auflagen meist extrem subventioniert. Laut einer neuen Deloitte-Studie werden 2009 einer von zehn Print-Titeln eingestellt.

Auch wenn ein Time-Warner-Sprecher umgehend dementierte, dass „Entertainment Weekly“ nur noch online erscheint – so unwahrscheinlich ist ein solcher Schritt nicht: zwar verkauft „Entertainment Weekly“ noch immer 1,8 Mio. Exemplare – also deutlich mehr als in Deutschland „Stern“ und „Spiegel“ – , aber ein Großteil der Auflage besteht aus extrem teuer erkauften Abonnenten. Böse Zungen sagen, TimeWarner würde die Abos fast verschenken. Was aber noch schwerer wiegt: „Entertainment Weekly“ hat in diesem Jahr rund 20% im Anzeigengeschäft verloren. Und die Perspektiven für 2009 sind schlecht. Also, lange kann es mit „EW“ eigentlich nicht mehr gut gehen. Und der Schritt ins Internet wäre insofern konsequent.
Am Tag davor war „Newsweek“ in den Schlagzeilen. Es hieß, das zweitgrößte Nachrichtenmagazin wolle ab Mitte 2009 seine verkaufte Auflage von 2,6 Mio. Verkauf „erheblich“ abbauen. Verschiedene Zahlen wurden genannt. Eine Quelle sprach von einer Reduzierung um bis zu 1 Mio. Exemplare, eine andere wollte sogar von einem Auflagen-Abbau von 1,6 Mio. Exemplare wissen. Dann würde „Newsweek“ nur noch 1 Mio. Exemplare verkaufen… In diesen Überlegungen spiegelt sich die ganze Verzweifelung der US-Verleger wider. 
Wer weitere Informationen über die extrem schwierige Lage der US-Zeitschriften bekommen will, dem sei die Webseite „Magazine Death Pool“ und die „Print is dead“Zusammenstellung von „Gawker“ empfohlen. Übrigens, die Abkürzung „RIP“ dort steht für „Rest In Peace“…. 

Aber auch bei den Zeitungen sieht es kein Deut besser aus. Am Montag meldete der Medienkonzern Tribune Insolvenz an. Zu diesem Verlag gehören die „Los Angeles Times“ oder die „Chicago Tribune“. Am Dienstag hörte man dann von den Plänen der „New York Times“, eigene Verlagsgebäude zu Geld zu machen, um so leichter Kredite zurückbezahlen zu können.  
Zu all diesen Horrormeldungen passt eine internationale Studie über die Printbranche vom Wirtschaftsprüfer Deloitte, die davon spricht, „the industry outlook has gone from difficult to impossible“. Darin heißt es, 1 von 10 Printprodukten würden 2009 eingestellt, bzw. nur noch im Internet erscheinen. Die Studie trägt den Titel „Stop the presses: print in peril“
Wie man trotz dieser harten Zeiten am Kiosk garantiert gut verkaufen kann, zeigt die Januar-Ausgabe von GQ. Sie hat eine nackte Jennifer Aniston auf dem Cover, dazu die Titelzeile „Is it just us, or is Jennifer Aniston getting hotter?“. Dieses Titelbild erregte gestern in den USA soviel Aufmerksamkeit, dass es sogar im Nachrichtenblock der „Today“-Show gezeigt wurde. Kommentar von Moderator Matt Lauer: „Nice tie“

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