HuffingtonPost: News-Aggregator oder Content-Klauer?

Der Hunger ist schier unstillbar: Immer mehr News wollen gelesen werden – immer schneller, immer vielfältiger, immer exklusiver. Diesen Anspruch erfüllt in diesen Tagen wohl kein anderes Angebot besser als die HuffingtonPost, die unbestrittene Content-Erfolgsstory des Jahres, die inzwischen zu den zehn erfolgreichsten Nachrichtenseiten der USA zählt. Im atemberaubenden Tempo feuert die HuffPo, die „für […]

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Der Hunger ist schier unstillbar: Immer mehr News wollen gelesen werden – immer schneller, immer vielfältiger, immer exklusiver. Diesen Anspruch erfüllt in diesen Tagen wohl kein anderes Angebot besser als die HuffingtonPost, die unbestrittene Content-Erfolgsstory des Jahres, die inzwischen zu den zehn erfolgreichsten Nachrichtenseiten der USA zählt.

Im atemberaubenden Tempo feuert die HuffPo, die „für die Internet-News sein will, was CNN fürs TV ist“ (CEO und Mitbegründer Kenneth Lerer) ihre Storys raus. Von den derzeit 46 Redakteuren wäre da nie zu leisten – dafür braucht es schon eine wahre Armada von 1000 Bloggern, die schreiben, verlinken – und manchmal auch: kopieren –, was das Zeug hält.

Das nun bringt der „Königin der Blogger“ (SPIEGEL) auch ein ums andere Mal Kritik ein: Denn nicht alle Blogger nehmen es so genau beim Zitieren und  Verlinken – der Grad zwischen Aggregation (Bereitstellung und Verlinkung von Inhalten Dritter) und Content-Klau ist offenbar fließend.

So findet sich etwa auf der Medienseite heute aktuell zum Rückzug Warner Musics bei YouTube unter der Headline „Warner Music Videos Pulled From YouTube After Talks Collapse“ ein Artikel vom „Guardian“, der sofort auf die britische  Website verlinkt.

Ganz anderes liefen die Dinge jedoch beim „Chicago Reader“. Dessen Konzertkritik wurde schlicht vom neu eingeführten Chicago-Ableger übernommen. „Bon Iver, the Tallest Man on Earth“ war in voller Länger  in der „Huffington Post“ zu lesen – wer würde da noch auf den Link „Read the whole Story“ klicken“?

„The Huffington Post hat schlicht unsere ganze Bon Iver-Kritik gestohlen – und das, ohne uns um Erlaubnis zu fragen,“ ereiferte sich Chefredakteur Whet Moser. Um dann richtig loszulegen: „Wenn die Zukunft des Journalismus – was derzeit so ziemlich jeder behauptet –  suchmaschinen-optimierter Betrug sein soll, dann haben wir ein größeres Problem als Sam Zells verfehlte Investmentstrategien“. Autsch!

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