GuteFrage: Einer der Aufsteiger des Jahres

Publishing So kann der erste Eindruck täuschen: GuteFrage.net ist weder schön, noch wirkt das Angebot sonderlich belebt. Auf der leeren Startseite stehen nur ein paar Fragen wie „Wie ändere ich bei web.de meine E-Mail?“ oder „Ich habe Lippenherpes und brauche ein Hausmittel“. Die Mitglieder sind dann aufgerufen zu antworten. Klingt unspektakulär, ist aber eine der größten Web-Erfolgsgeschichten des Jahres. Innerhalb von drei Monaten steigerte die Holtzbrinck-Tochter ihre Reichweite um über 50 Prozent.

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In der aktuellen AGOF-Auswertung „Internet Facts“ für das dritte Quartal 2008 kommt GuteFrage.net auf eine Reichweite von 2,61 Millionen Usern. Damit verzeichnete die Plattform eine Steigerung von 50,9 Prozent.

Verantwortlich für den Erfolg ist ein cleverer Mix aus nützlichem Content, perfekter Suchmaschinen-Optimierung und einer Fokussierung auf wenige Kernangebote: „Wir sind eine Ratgeber-Community. Bei uns können die Nutzer zu jedem Thema Fragen posten. Die Community versucht sie dann zu beantworten. Im Zentrum unserer Seite steht immer nur das Thema „Rat geben“, sagt Geschäftsführer Markus Wölflick gegenüber MEEDIA. Ein Ansatz der bestens funktioniert. Auf die Frage nach den Lippenherpes gab es innerhalb von nur sechs Minuten sieben Antworten und beim Web.de-E-Mail-Fall posteten in den ersten vier Minuten vier User ihre Hilfe-Vorschläge.

Im Zentrum des Nutzer-Interesses steht jedoch nicht die Option, selbst Fragen stellen zu können, sondern die Möglichkeit, den riesigen bereits vorhandenen Antwort-Fundus zu durchstöbern Denn die meisten Probleme wurden mittlerweile schon einmal bearbeitet. „Neben den aktuellen Fragen und Antworten, haben wir in unserem Archiv bereits über 300.000 beantwortet Fragen, auf die alle Nutzer zugreifen können“, sagt Wölflick. Momentan werden täglich über 1200 Fragen gestellt. Die Anzahl der Antworten bewegt sich pro Tag zwischen 8.000 und 10.000.  Die wichtigsten Themen sind Finanzen, Auto, Gesundheit, Computer, Familie, Freizeit, Beruf, Sport und Reisen.

Alleine durch die schiere Masse an Themen und Lösungsvorschlägen entwickelt sich die Community immer mehr zu einem nützlichen Recherche-Tool bei Alltags-Problemen. Eine Beobachtung, die auch der Geschäftsführer schon machte. „Man kann uns fast schon wie eine Suchmaschine nutzen. Zu sehr vielen Themen, kennen wir gute Antworten.“

Davon hat auch Google längst Wind bekommen und würdigt die nützlichen Inhalte der Ratgeber-Community mit sehr guten Positionen in seinem Ergebnislisten. „Ein Viertel unserer Besucher gehört zur Community. Rund drei Viertel finden allerdings über Google zu uns,“ verrät Wölflick.

Im Vergleich zu anderen Nachschlagewerken, die auf dem Wissen  ihrer Mitglieder basieren, wie beispielsweise Wikipedia, gibt es bei Gutefrage.net keine extra Instanz, welche die Richtigkeit der Antworten prüft. Innerhalb eines Postings kann es schon passieren, dass sich zwei Lösungsvorschläge konträr gegenüberstehen. So wird dem Ratsuchenden nicht wirklich geholfen.

Das Portal ist eine Tochter der Holtzbrinck eLabs. „Wir sind zu hundert Prozent werbefinanziert“, sagt der Chef. Aber noch muss die Konzernmutter bei der Liquidität mithelfen. „Den Break-even werden wir 2009 erreichen. Unser gesamter Fokus liegt allerdings auf einer Steigerung der Nutzerzahlen und Reichweite.“ Heißt: Wölflick glaubt, dass man schnell eine schwarze Null schreiben würde, wenn man die Wachstums-Geschwindigkeit drosselt. Aber dann würden die Aussichten von GuteFrage.net rapide sinken, auch im nächsten Jahr zur Web-Erfolgsgeschichte zu werden.

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