Die Wahlberichterstattung im US-Fernsehen: schwach

Es versprach einer der interessantesten Fernseh-Abende der US-Geschichte zu werden – das Ergebnis war eine ziemlich langweilige, zähe Wahlberichterstattung auf allen TV-Kanälen  zunächst schaffte es kein Sender, gefühlt länger als 5 Minuten ohne Werbe-Unterbrechung auszukommen. „Stick around, we take another break“ war der Satz des Abends. Ein großer Teil der Wahlberichterstattung wurde so von Prostata-Pillen, […]

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Es versprach einer der interessantesten Fernseh-Abende der US-Geschichte zu werden – das Ergebnis war eine ziemlich langweilige, zähe Wahlberichterstattung auf allen TV-Kanälen 

  • zunächst schaffte es kein Sender, gefühlt länger als 5 Minuten ohne Werbe-Unterbrechung auszukommen. „Stick around, we take another break“ war der Satz des Abends. Ein großer Teil der Wahlberichterstattung wurde so von Prostata-Pillen, Versicherungen und Autowerbung aus Japan bestimmt.
  • dann wirkten die Moderatoren der großen Networks erstaunlich blaß. Brillierten vor vier Jahren noch die Anchor-Dinosaurier Peter Jennings (ABC), Dan Rather (CBS) und Tom Brokaw (NBC), so fehlt deren Nachfolger, allesamt in der 10 Mio. Dollar-Gehaltsklasse, einfach das Charisma und die Souveränität. 
  • normalerweise schaffen es die US-Networks besser als ihre deutschen Kollegen, große Ereignisse populär und dramatisch aufzubereiten. Im US-Fernsehen weht bei Live-Übertragung häufig ein Hauch von Hollywood. In der letzten Nacht wurden die Zuschauer aber mit langatmigem Gerede, unendlichen Zahlen und schwer verständlichen Charts erschlagen.

PS. Ich hab den Wahlabend in Chicago erlebt. Die Begeisterung der Menschen für Obama war unglaublich. Manche Anhänger standen 7 Stunden lang in Schlangen vorm Grant Park, um einen Platz bei Obamas „Victory Speech“ zu ergattern. Zur Zeit – es ist 1 Uhr nachts – wird  auf den Straßen noch immer gefeiert und getanzt. Chicago erlebt die größte Party in seiner Geschichte. 

Aber man kann hier in Chicago auch sehen, wieviel Arbeit auf den neuen Präsident zukommt. Die Geschäfte und Restaurants sind gespenstisch leer. Leute sparen, wo immer es nur geht. Der Tourismus ist zusammengebrochen, die Hotels sind schlecht besucht. Man hat das Gefühl, die Amerikaner befinden sich im Konsumstreik.

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