Die „New York Times“ kämpft gegen die Zahlungsunfähigkeit

Vor sechs Wochen berichtete MEEDIA, dass die „New York Times“ in großen finanziellen Problemen steckt. Nun hat die Zeitung in der gestrigen Ausgabe - in eigener Sache - berichtet, dass sie ihre 58%-Beteiligung am neuen Times Tower zu Geld machen will. 225 Mio. Dollar hofft man so zu erlösen – „to ease the potential cash flow squeeze“, wie es die Redakteure selbst schreiben. Entweder will man eine Hypothek für das neue schicke New York Time Building aufnehmen oder die Beteiligung ganz verkaufen.

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Vor 6 Wochen hatten wir geschrieben, dass die „New York Times“ in großen finanziellen Problemen steckt. Nun hat die Zeitung in der gestrigen Ausgabe – in eigener Sache – berichtet, dass sie ihre 58%-Beteiligung am neuen Times Tower zu Geld machen will. 225 Mio. Dollar hofft man so zu erlösen – „to ease the potential cash flow squeeze“, wie es die Redakteure selbst schreiben. Entweder will man eine Hypothek für das neue schicke New York Time Building aufnehmen oder die Beteiligung ganz verkaufen.
Dann würde man die untere Hälfte des Gebäudes in Form eines „Sale-Leaseback-Arrangement“ zurückmieten. Im Mai nächsten Jahres muss die Times einen 400 Mio. Dollar-Kredit zurückbezahlen. Und zur Zeit ist nicht nur das Bankkonto ziemlich leer, sondern auch noch der Cash Flow negativ. Allgemein geht man deshalb davon aus, dass die Company der Verlegerdynastie Sulzberger die nächsten Wochen versuchen wird, die Website About.com zu verkaufen. Sie könnte, mit etwas Glück, um die 500 Mio. Dollar bringen. Sollte das gelingen, wäre die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit zunächst abgewendet. 

Parallel ist die „New York Times“ vehement dabei, ihre Internet-Anstrengungen zu verstärken, um sich für die digitale Zukunft fit zu machen: 

  • So hat man im Mai die „TimesMachine“ eingeführt und dort das gesamte Archiv der Zeitung ins Netz gestellt – von der ersten „New York Times“-Ausgabe 1851 bis heute
  • Dann hat man im Sommer eine sehr praktische iPhone-Application gebracht, mit der man auch mobil die Nachrichten der Zeitung lesen kann
  • Ende September kam das Social Network „TimesPeople“ dazu. Der Schwerpunkt hier liegt auf Leserrezensionen von Broadway-Musicals, Kinofilmen und Restaurants. 
  • Und letzte Woche wurde „TimesExtra“ gelauncht. Hier kann der User mit einem Knopfdruck auf der Homepage externe Quellen einblenden. Für die New York Times ist ein solcher Schritt eine kleine Revolution.

Manche sehen den Wert der NYT Digital Operation inzwischen bei 1 Mrd. Dollar – und das ist ironischer Weise mehr als die ganze New York Times Company beim heutigen Aktienkurs von 7 Dollar wert ist. Aber Fachleute wie Marc Andreessen gehen ohnehin davon aus, dass die Printausgabe in ein paar Jahren einstellt wird und die Zeitung dann nur noch digital erscheint.

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