Die Mehrheit der US-Medien ist für Barack Obama

Auch wenn die erste TV-Debatte am Freitag-Abend keinen klaren Sieger brachte und der Wahlausgang nach wie vor total offen ist, die Mehrheit der US-Medien steht auf der Seite von Obama.   Als „liberal media bias“ bezeichnet man die „love affair“ der amerikanischen Presse mit dem demokratischen Hoffnungsträger. An der Spitze der Obama-Sympathisanten agieren dabei die […]

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Auch wenn die erste TV-Debatte am Freitag-Abend keinen klaren Sieger brachte und der Wahlausgang nach wie vor total offen ist, die Mehrheit der US-Medien steht auf der Seite von Obama.  

Als „liberal media bias“ bezeichnet man die „love affair“ der amerikanischen Presse mit dem demokratischen Hoffnungsträger. An der Spitze der Obama-Sympathisanten agieren dabei die „New York Times“ und der Fernsehsender NBC, bzw. sein Kabelableger MSNBC.  

„Zu 150 Prozent ein Pro-Obama-Kampfblatt“ sei die New York Times , ließ John McCain erklären. Zwischen dem republikanischen Kandidaten und der linksliberalen Zeitung gibt es einen tiefen Riss, nachdem die „Gray Lady“ im Februar McCain eine angebliche Sexaffäre mit einer Lobbyistin andichten wollte. Bis heute blieb die Zeitung aber dafür jeden Beleg schuldig. Aktuell wirft die New York Times McCain und seinem Team vor, Verbindung zur Gambling-Industrie zu unterhalten.

Beim Fernsehsender MSNBC – laut McCains Wahlkampf-Manager „ein Organ der Demokratischen Partei“ – sind es vor allem die populären Kommentatoren Chris Matthews und Keith Olbermann, die Stimmung für Obama machen. So spendet Olbermann für jede öffentliche Lüge von Sarah Palin 100 Dollar an eine wohltätige Organisation. Und schrieb letzte Woche live in seiner Sendung einen ersten Check über 3700 Dollar:

Fest im Obama-Lager steht natürlich auch die linksliberale Internet-Zeitung „Huffington Post“, die nach der eher ausgeglichen Debatte sofort die Headline brachte; „debate reviews tilt heavily toward Obama“.
Keinen leichten Stand haben die Republikaner aber auch bei den drei großen TV-Sendern ABC, CBS und CNN, die sich zwar vordergründig neutral geben, sich aber die letzten Wochen kräftig auf Sarah Palin eingeschossen haben.  Einen neuen Feind hat sich John McCain im populären Talkshow-Host David Letterman (CBS) gemacht, weil der Politiker ihm kurzfristig absagte, angeblich um zum Krisengipfel nach Washington zu fliegen. In Wirklichkeit aber ließ er sich ein paar Zimmer weiter im Nachrichtenstudio der CBS News interviewen:


Wie gut, daß sich da McCain wenigsten auf seinen alten Freund Rupert Murdoch verlassen kann. Der mächtige Verleger hat die letzten Monate eine erstaunliche Kehrtwendung gemacht. Zunächst schien er Obama zu bewundern: „He is a rock star. It’s fantastic…he will win the election“. Inzwischen hört sich das deutlich anders an. Murdoch über Obama “His policy is really very, very naïve, old-fashioned, 1960s”:


Wo Murdoch das gesagt hat? Natürlich auf seinem eigenen Nachrichten-Sender Fox News, der seine Politiberichterstattung zwar als „fair and balanced“ tituliert, in Wirklichkeit aber genau das Kontrastprogramm zu MSNBC bringt. Vor allem der erzkonservative Moderator Bill O’Reilly hat hier eine große Fangemeinde.
Unterstützt wird McCain auch von den Murdoch-Blättern „Wall Street Journal“  und „New York Post“. Das WSJ gibt zwar generell keine Wahlempfehlung ab, steht aber als Blatt der Besserverdienenden traditionell eher der Republikanischen Partei nahe. Unter Murdoch und dessen Chefredakteur Robert Thomson hat die Wirtschaftszeitung politisch deutlich an Kontur gewonnen, die Meinungsseiten wurden ausgebaut und es kommen auch mehr liberale und linke Stimmen zu Wort. Beim Boulevard-Blatt „New York Post“ gibt es dagegen keine zwei Meinungen, die Zeitung hat sich – auf Druck von Murdoch? – ganz klar für McCain ausgesprochen.
Aber solche klaren Empfehlungen sind die Ausnahmen. Wenn es nach der Mehrheit der US-Presse geht, dann heißt der Sieger im November Barack Obama  – hoffentlich.

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