Steve Jobs Keynote-Verzicht: Etwas ist faul im Apfelland

Steve Jobs‘ Abschied von die Keynote – und kein Ende: Seit der überraschenden Ankündigung Apples, auf die eigene Präsenz auf der MacWorld künftig verzichten zu wollen und Steve Jobs nicht einmal mehr ein letztes Mal die Eröffnungsrede halten zu lassen, brodelt es in der Technologiebranche. 36 Stunden ist die Mitteilung alt, doch noch immer hat […]

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Steve Jobs‘ Abschied von die Keynote – und kein Ende: Seit der überraschenden Ankündigung Apples, auf die eigene Präsenz auf der MacWorld künftig verzichten zu wollen und Steve Jobs nicht einmal mehr ein letztes Mal die Eröffnungsrede halten zu lassen, brodelt es in der Technologiebranche. 36 Stunden ist die Mitteilung alt, doch noch immer hat sich die Apple-Fangemeinde nicht beruhigt.

Auch ein zweiter und dritter Blick auf Apples Pressemitteilung macht die Sache nicht besser: „Apple erreicht immer mehr Menschen über immer vielfältigere Wege, sodass Messeauftritte – wie für andere Unternehmen auch – nur noch einen sehr kleinen Anteil an der Kundenansprache von Apple haben. Die stetig wachsende Popularität der Apple Retail Stores, die mittlerweile mehr als 3,5 Millionen Besucher jede Woche verzeichnen, als auch die Website Apple.com ermöglichen es Apple auf innovative Art und Weise Hunderte von Millionen Kunden auf der ganzen Welt direkt zu erreichen.“

So weit, so viel PR in eigener Sache. Allein: All das ist nicht neu. Diese Ankündigung nun am späten 16. Dezember – und damit also exakt drei Wochen vor der geplanten Eröffnungsrede zu lancieren, kommt einem enormen Affront gegenüber den treusten der Treuen gleich, die 2000 Dollar für das „priority keynote seating“ bezahlt haben – 2000 Dollar, ohne nun den Meister selbst zu sehen.

Es liegt vielmehr der Schluss nahe, dass in den letzten Wochen etwas schiefgelaufen sein muss in Cupertino. Zu einem Unternehmen wie Apple, das wie wohl kein zweites seine PR- und Marketingaktivitäten generalstabsmäßig durchplant, passt es schlicht nicht, drei Wochen vor dem wichtigsten Event des Jahres, den Auftritt seines Kapitäns abzusagen und damit in Kauf zu nehmen, sich selbst zu beschädigen – wie es gestern an der Börse passiert ist.

Das heißt im Klartext: Entweder Steve Jobs ist so ernsthaft krank, dass er schon jetzt absehen kann, es in drei Wochen nicht mehr auf die Bühne des Moscone Centers zu schaffen – oder er zieht die Konsequenzen aus dem PR-Debakel der letzten Veranstaltungen, als sein  – optisch – dünner Auftritt die eigentlich schlagzeilenträchtigen Produktankündigungen überlagerte.

Vielleicht also leidet der charismatische Apple-CEO tatsächlich nur unter den Folgen der Bauchspeicheldrüsen-Operation, die ihn weiter dünn aussehen lässt und damit neue Spekulationen schürt. Es könnte gut sein, dass Jobs und Apple dieses Katz-und-Maus-Spiel einfach leid sind und den Fokus schlicht mehr auf die Produkte und das Unternehmen lenken wollen.

Dieser Ansatz ist tatsächlich nachvollziehbar, dürfte aber bei einem fast mythisch verehrten  Kultunternehmen wie Apple nur schwer umzusetzen sein. Apple ist Steve Jobs. Jeder Versuch, den visionären Gründer mehr aus dem Scheinwerferlicht zu ziehen, geht mit neuen Fragen einher. Erst recht, wenn die Maßnahme drei Wochen vor dem größten Event des Jahres kommuniziert wird. 

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