Medienfond-Gründer Schmid muss ins Gefängnis

Andreas Schmid, Gründer des VIP-Medienfonds und einstiger Star der deutschen Medienfondsszene, muss für knapp vier Jahre ins Gefängnis. Schmid soll illegal Steuervorteile genutzt haben, weil er dafür vorgesehenes Geld nicht komplett in Filme investierte. Der Bundesgerichtshof verwarf die Revision des ehemaligen Filmproduzenten gegen ein Urteil des Landgerichts München, wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet.

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Das Landgericht hatte Schmid im November 2007 wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Der Haftbefehl blieb gegen eine Kaution von vier Millionen Euro bis zur Entscheidung des BGH aber ausgesetzt. Zuvor hatte Schmid gut zwei Jahre in Untersuchungshaft verbracht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil der BGH noch nicht über die Revision der Münchener Staatsanwaltschaft entschieden hat. Die Staatsanwaltschaft will ihre Revision aber in den nächsten Tagen zurücknehmen, danach kann das Urteil vollzogen werden.

Schmid galt lange als prominentester und erfolgreichster Branchenvertreter des Steuersparmodells Filmfonds. Er produzierte international erfolgreiche Filme wie „Das Parfum“ mit Dustin Hoffman und „Monster“ mit Charlize Theron. Rund 10.000 Investoren hatten rund 750 Millionen Euro in die Medienfonds VIP 1 bis VIP 4 eingezahlt. Auch weil der vermeintliche Steuervorteil sowie eine 100-prozentige Absicherung der Einlage als besonders attraktiv galten. Aber seit Frühjahr 2007 fordern die Finanzämter Steuernachzahlungen in Millionenhöhe. Nur 20 Prozent der von Anlegern eingezahlten Gelder seien tatsächlich in die Filmproduktion geflossen, so das Landgericht in seinem Urteil. 80 Prozent seien dagegen von Banken wie Festgeld angelegt und verzinst worden. Insgesamt habe VIP 2002 und 2003 rund 203 Millionen Euro fälschlicherweise steuermindernd geltend gemacht.

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