G+J-Chef & ProSieben: Was dahinter steckt

Eine Beinhahe-Personalie rockt die Medienwelt: Bernd Kundrun, seit acht Jahren Vorstandschef von Gruner + Jahr, sollte neuer Chef des krisengeschüttelten TV-Konglomerats ProSiebenSat.1 werden – im Handstreich verpflichtet von den „Heuschrecken“ Permira und KKR. Das „Manager Magazin“ macht den Vorgang publik und damit um eine Facette reicher: G+J ist Gesellschafter des Magazins und damit kaum in der Lage, den Artikel gänzlich zu dementieren. Doch bei näherer Betrachtung versendet sich der Knalleffekt.

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Eine Beinhahe-Personalie rockt die Medienwelt: Bernd Kundrun, seit acht Jahren Vorstandschef von Gruner + Jahr, als neuer Chef des krisengeschüttelten TV-Konglomerats ProSiebenSat.1 – im Handstreich verpflichtet von den „Heuschrecken“ Permira und KKR. Das „Manager Magazin“ macht den Vorgang publik und damit um eine schillernde Facette reicher: G+J ist Gesellschafter des Magazins und damit kaum in der Lage, den Artikel gänzlich zu dementieren. Doch bei näherer Betrachtung versendet sich der Knalleffekt der Story.
MEEDIA hat im Umfeld der Beteiligten recherchiert, was wirklich passiert ist. Wahr ist, dass die P7S1-Investoren monatelang mit wachsender Verzweiflung nach einem geeigneten Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Vorstandschefs Guillaume de Posch Ausschau hielten. Wahr ist auch, dass ein „Retter“ für die schlingernde Sender-Gruppe gesucht wurde, der im Erfolgsfall mit überaus attraktiven Tantiemen entlohnt werden soll. Das „Manager Magazin“ beziffert das theoretisch mögliche Jahresgehalt auf zehn Millionen Euro.
Das ist viel Geld, auch für einen Vorstandschef eines Traditions-Verlags. Und: Die Sanierung von ProSiebenSat.1 bedeutet für jeden tatkräftigen Manager eine Herausforderung. Alle MEEDIA-Recherchen deuten darauf hin, dass sich Bernd Kundrun aber dennoch entschieden hat, den Gesellschaftern von ProSiebenSat.1 einen Korb zu geben. Er lehnte ab und löste damit die aktuelle Berichterstattung augenscheinlich aus. Insider raunen, dass der Pharma-Manager Ebeling ohnehin – weil seit einiger Zeit nicht mehr im Job – bereits einen Vertrag einseitig unterschrieben hatte, während die Investoren noch um Kundrun buhlten.
Die offenkundige Absage aus Hamburg stellte die Verhältnisse klar, und sie erfolgte nach MEEDIA-Informationen kurz bevor der neue Chef von ProSiebenSat.1 präsentiert wurde. That’s business. Dass danach Interna über die Ausscheidung bekannt wurden, ist unüblich. Eine Spekulation mit hoher Wahrheits-Wahrscheinlichkeit hierzu ist die, dass der fachfremde Kandidat aufgewertet werden sollte, indem kolportiert wird, dass man auch einen „Big Name“ aus der Branche hätte haben können.
Wie aus dem Umfeld von Bernd Kundrun zu hören ist, findet dieser den Vorgang ärgerlich, betont aber gleichzeitig, dass er sich zum Verbleib im Verlag entschieden habe. Über das Angebot aus München und seine Absage informierte er vor wenigen Tagen auch seine Chefredakteure.

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