Apples Keynote-Schock: Warum, Steve?

Es ist nicht weniger als ein Weltuntergang – zumindest für Apple-Fans: Eine Keynote ohne Steve Jobs. Auch 12 Stunden nach der schockierenden Mitteilung gibt es auf die dringendste Frage unter Apple-Aficionados keine Antwort: Warum tritt Jobs ausgerechnet bei der wichtigsten Apple-Veranstaltung des Jahres, die einen nicht ganz unwesentlichen Anteil an seinem kultähnlichen Status hat, nicht an? Die Spekulationen haben eines gemein: Egal, was Jobs zum Rückzug veranlasst hat – es bedeutet nicht Gutes für Apple.

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Es gibt Dinge, die kann man sich eigentlich nicht vorstellen: Urlaub ohne Sonne etwa. Oder ein WM-Endspiel ohne TV-Übertragung zum Beispiel.  Für Apple-Fans ist das Unvorstellbare nun Realität geworden: Eine Keynote ohne Steve Jobs – das ist wie Weihnachten ohne den Weihnachtsmann.

Bleibt die Frage nach dem Warum. Während Apple den fraglos talentierten Marketing-Chef Philip Schiller nun auf die Bühne des Moscone Centers vorschickt und gleichzeitig das Ende der legendären Hausmesse ankündigt, brodeln die Spekulationen über. Gemein ist fast allen Vermutungen die Annahme, dass sich Steve Jobs’ zweite Amtszeit bei Apple dem Ende nähern könnte. Zu der meistgehörten Vermutung zählt dabei: Steve Jobs ist krank.

Das ist für sich genommen ist keine Neuigkeit. Spätestens seit Jobs’ Bauchspeicheldrüsenerkrankung, die der visionäre Apple-Gründer auf mirakulöse Weise mehr oder weniger unbeschadet überstanden hat, ranken sich Gerüchte über eine mögliche Rückkehr des Krebses. Besonders der jüngste Auftritt zur Vorstellung der zweiten Generation des iPhones im Juni dieses Jahres, als Jobs erschreckend dünn aussah, nährte die Gerüchte, der Krebs könnte zurückgekehrt sein. Apple dementierte, doch die Gerüchte und Zweifel blieben.

Entsprechend wird der Rückzug von der Keynote nun als Signal für einen Rückzug auf Raten – für ein angekündigtes Ende interpretiert: vom Posten des Vorstandschefs, vielleicht gar ganz von Apple. Oder gar noch Schlimmeres, wie Valleywag martialisch schlagzeilt: „Die Börse fürchtet: Steve Jobs stirbt.“ Diese Befürchtungen haben die Apple-Aktie im frühen Handel schnell 8 Prozent an Wert gekostet.

Dem widerspricht CNBC-Anchorman Jim Goldman: Wie der Technologie-Reporter, der Jobs regelmäßig nach Apple-Veranstaltungen interviewt, gestern im CNBC-Blog erklärte, wäre „nicht seine Bauchspeicheldrüse, sondern Firmenpolitik“ Grund des Fernbleibens. („I can tell you that sources inside the company tell me that Jobs‘ decision was more about politics than his pancreas.“) Übersetzt: Das Kultunternehmen aus Cupertino will den überlebensgroßen Hype, der Apple und seinen visionären Gründer längst umweht, zurückfahren.

Oder auch einfach die Erwartungen:  „Apple deutet damit an, dass es im Januar keine atemberaubenden Produkte anzukündigen hat. Was wahrscheinlich stimmt“, mutmaßt Dan Frommer von „Silicon Alley Insider“.

Doch damit nicht genug: Unentwirrbar damit verbunden mit Jobs‘ Absenz bei der MacWorld Expo ist nun auch die Frage nach einem möglichen Nachfolger. „Das ist der Beginn eines Führungswechsels“, sieht Piper Jaffray-Analyst Gene Munster schon eine neue Ära anbrechen. 

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