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Bauer-Verlag punktet im Auslandsgeschäft

Eine Überraschung zu Beginn der Jahrespressekonferenz am Dienstag im Hamburger Hotel Park Hyatt: Der Bauer-Verlag benennt sich um und firmiert künftig als Bauer Media Group. Damit einher geht das Ziel der weiteren Internationalisierung, auf der 2009 der Fokus liegen soll. Der Bauer Verlag macht im laufenden Jahr im Ausland 877 Millionen Euro Umsatz, was einer Steigerung von 42 Millionen Euro entspricht. Gleichzeitig ging der Inlandsumsatz von 979 Millionen auf 910 Millionen Euro 2008 zurück.

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Der gesamte Außenumsatz ist von 1,81 Milliarden Euro auf 1,79 Milliarden Euro im laufenden Jahr leicht gesunken. „Auch wir stehen angesichts der Finanzkrise unter Druck“, so Verleger Heinz Bauer. Deshalb wolle der Verlag Kosten anpassen und Strukturen prüfen und optimieren, um den zu erwartenden Rückgang im Anzeigengeschäft entgegen zu wirken. Aber: „Wir wollen der Krise mutig begegnen.“
Bei der Restrukturierung geht es einerseits um die bereits angekündigte Bündelung der Redaktionskräfte für die Yellos in einer zentralen Service-Redaktion. Extern wird weiterhin das Vertriebsgeschäft geprüft. Geschäftsführer Andreas Schoo bezeichnete das deutsche Grosso-System als „überdimensioniert“. Man denke „ernsthaft über eine Straffung nach“. 74 Unternehmen mit 150 Geschäftsführern, die jährlich rund 500 Millionen Euro Umsatz machen, seien nicht mehr zeitgemäß, so Schoo.
Dabei bleibt Print nach Aussage des Geschäftsführers weiter das Kerngeschäft des Verlages. Heinz Bauer stellte klar: „Ich stehe für das Printgeschäft.“ Ziel dabei ist es, die Qualität der Titel beizubehalten. Bei günstiger Marktlage seien auch neue Titel-Entwicklungen nicht ausgeschlossen. Das Internet-Business soll weiterhin „ergänzend“ als weiteres Standbein geführt werden. Auch Akquisitionen von Start-ups oder bestehenden Plattformen seien in 2009 möglich. Man sei vor allem an Medien- und Transaktionsplattformen interessiert.
Die Bauer Media Group verlegt 282 Zeitschriften in 15 Ländern besitzt Beteiligungen an Radiosendern (Radio Hamburg) und TV-Stationen (RTL 2). Nach der Übernahme des britischen Medienkonzerns Emap („FHM“), soll die Konsolidierung 2009 folgen. Das Auslandsgeschäft wird dann etwa 70 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Bereits jetzt werden 49 Prozent der Einnahmen im Ausland erwirtschaftet. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei 29 Prozent.
Ein wichtiger Faktor im Zuge der Internationalisierung wird der osteuropäische Markt darstellen. In Polen ist Wydawnictwo Bauer bereits größter Zeitschriftenverlag. Mit der zu Bauer gehörenden Medienholding Broker FM, hat man zudem einen starken Player auf dem polnischen Radiomarkt – Marktanteil zuletzt 23,4 Prozent. Für Bauer ist das polnische Hörfunkgeschäft nach dem britischen am wachstumsträchtigsten.
Zum Schluss noch etwas aus der Familien-Planung: „Ich hoffe als Vater sehr, dass eine oder vielleicht zwei meiner Töchter ihre Zukunft in unserem Familienunternehmen sehen.“ Alle vier Töchter des Verlegers sind in unterschiedlichen Funktionen im Unternehmen aktiv.

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