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10.000 € Prämie für Umzugswillige bei Sat.1

Axel Salzmann, Finanzvorstand bei ProSiebenSat.1, will Sat.1-Mitarbeiter mit Geld nach München locken. Auf einer Betriebsversammlung in Berlin verkündete er, dass Umzugswillige ihr bisheriges Gehalt plus den Durchschnitt der gezahlten Zuschläge für Überstunden erhalten. Wer sich bis Ende Januar für den Umzug entscheidet, bekommt 10.000 Euro Turbo-Prämie obendrauf. Die Gewerkschaften lehnen dies ab und pochen auf eine Beschäftigungsgarantie für fünf Jahre.

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Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken sagte, wer sich auf Individualverträge einlässt, könnte seine bestehenden Rechte preisgeben. Wobei nicht ganz klar scheint, welches diese bestehenden Rechte sind. Die Verhandlungen über einen Sozialplan wurden noch nicht aufgenommen und so ist noch völlig offen, was in diesem Sozialplan drinstehen wird. CFO Salzmann machte auf der Betriebsversammlung bereits Andeutungen, dass die Konditionen des Sozialplans womöglich nicht so günstig ausfallen werden wie das Turbo-Angebot.

Zusätzlich zu den 10.000 Euro zahl der Konzern Makler- und Renovierungskosten und Wochenendheimreisen von München nach Berlin bis Ende September. Das Kalkül des Senders ist offensichtlich. Man will schnell Klarheit, wer den Umzug mitmacht und wer nicht. Diejenigen, die freiwillig umziehen, werden mit dem recht großzügigen Angebot motiviert, für alle anderen bleibt der Sozialplan. Dass sich der Vorstand auf eine Beschäftigungsgarantie einlässt, ist kaum zu glauben. Salzmann hat bereits auf der Betriebsverhandlung mitgeteilt, dass es keine Tarifverhandlungen geben werde. Ein neuer Sozialtarifvertrag wäre eine Voraussetzung für die von der Gewerkschaft geforderte Beschäftigungsgarantie.

Spätestens bis Ende Juni 2009 soll der Umzug von Sat.1 nach Unterföhring bei München abgeschlossen sein. Von dem Umzug sind laut Sender-Angaben rund 350 Mitarbeiter betroffen. Der Nachrichtensender N24 und die Sat.1-Zentralredaktion bleiben in Berlin. Durch den Umzug fallen konzernweit 225 Stellen weg.

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