MySpace & Co.: Werbe-Prognose bricht ein

Bad News für die großen Social Networks. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr muss der US-Marktforscher eMarketer seine Prognose für die zu erwarteten Werbeeinnahmen 2009 nach unten korrigieren. Anfang 2008 gingen die Analysten davon aus, dass MySpace & Co. noch rund 1,8 Milliarden Dollar einnehmen könnten. Im Mai reduzierte eMarketer seine Vorschau dann auf 1,6 Millionen. Jetzt folgt die zweite Korrektur auf nur noch 1,3 Milliarden. Das ergibt ein Minus von 28 Prozent.

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Für die zweifache Korrektur der eigenen Untersuchungsergebnisse macht eMarketer das abbrupte Abrutschen der Konjunktur in die Rezession und die unerwartet schleppende Umsatz-Entwicklung bei den Schwergewichten Facebook und MySpace verantwortlich. Anstatt der erwarteten 755 Millionen Werbe-Dollars konnte die NewsCorp.-Tochter nur Anzeigen im Gegenwert von 585 Millionen Dollar verkaufen, ein Planungs-Minus von 22,5 Prozent. Dem Konkurrenten Facebook ging es nicht besser. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg wird 2008 statt der prognostizierten 265 Millionen Dollar lediglich 210 Millionen einnehmen. Insgesamt rechnen die Marktforscher für das gesamte US-Segment der Social Networks im Jahr 2008 mit Gesamteinnahmen von 1,2 Milliarden Dollar.

Grundsätzlich werden auch 2009 Werbeausgaben bei den Social Networks weiter steigen. Jedoch nur um moderate 10,2 Prozent. Die Analysten glauben, dass die Werbewirtschaft in Krisenzeiten jede Form von Experiment scheut und deshalb überwiegend auf konservative Werbeformen setzt – ein großer Nachteil, für die als innovativ geltenden Netzwerke. „Man sollte die Social Networks aber keinesfalls abschreiben“, sagt eMarkteter-Analystin Debra Aho Williamson.

Für das kommende Jahr rechnet Williamson bei MySpace mit Werbeeinnahmen von rund 630 Millionen Dollar und für Facebook mit 230 Millionen Dollar. Damit würde die NewsCorp.-Tochter 48,7 Prozent der gesamten Werbegelder, die in Online-Communitys fließen, abgreifen. Für Facebook blieben immerhin noch 17,7 Prozent. Für den gesamten Rest der Branche blieben lediglich 28,2 Prozent.

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