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„Newsweek“ plant umfassenden Relauch

Mit einer Grundrenovierung bereitet sich "Newsweek" auf die digitale Zukunft vor. Das Magazin soll nicht nur "schlanker" werden, weniger Text und mehr Fotos bieten. Vor allem will das Management weg vom Nachrichten-Journalismus. Wie das "WSJ" mit Berufung auf Insiderquellen schreibt, wird "Newsweek" seine Kräfte nach dem Vorbild des britischen "Economist" künftig auf Meinung und Diskussion bündeln. Außerdem soll die Leserschaft dezimiert werden.

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Auch ein weiterer Stellenabbau ist in Vorbereitung. Das Magazin hat in diesem Jahr geschätzte 21 Prozent seines Anzeigengeschäfts verloren und macht Verluste. Deshalb überrascht vor allem das Vorhaben, das Haus zu sanieren, indem weniger Hefte verkauft werden. Zur Zeit garantiert „Newsweek“ eine Auflage von 2,6 Millionen Exemplaren. Von ein Reduktion um 500.000 bis einer Million Exemplare ist die Rede.

Warum aber sollte ein Magazin freiwillig auf Leser verzichten? Die Kosten für Druck und Auslieferung zu senken, spielt nicht die enscheidende Rolle. Es geht vielmehr darum, eine zuverlässigere Zielgruppe deutlicher zu definieren – anschließend wird der Einzelverkaufspreis angehoben. Dazu verspricht man sich von der Maßnahmen, dass Anzeigenkunden so höhere Preise akzeptieren werden.

Einige Storys der letzten Zeit zeigen bereits, In welche Richtung sich das Erscheinungsbild der „Newsweek“ verändern wird. Der aktuelle Titel zur Homosexuellen-Ehe aus religiöser Sicht gibt einen Vorgeschmack auf künftige Inhalte. „Wir versuchen, provokativer zu sein“, sagte Herausgeber Jon Meacham. Und zu polarisieren: Mit der Geschichte sollten Abonnenten bewusst zur Stornierung getrieben werden. Wütende Leser haben CEO Tom Ascheim mit einer Flut von E-Mails überschwemmt.

Herausgeber Tom Meacham fasste seine eigene Position zur neuen Ausrichtung gegenüber der „WSJ“ in folgende Worte: „Zwischen mich und den notwendigen geschäftlichen Kurs passt kein Blatt Papier.“

Die Washington Post Company wird heute konkrete Maßnahmen zur Renovierung ihres Tochterunternehmens „Newsweek“ bekanntgeben. Dabei werden voraussichtlich auch genaue Zahlen zu den Job-Kürzungen genannt. Insider gehen davon aus, dass nicht annähernd so viele Arbeitsplätze gefährdet sind, wie zu Beginn dieses Jahres, als 111 Stellen wegfielen.

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