Abowerbung: Verlage kritisieren Politik

Die deutschen Verlage haben die vom Bundeskabinett beschlossene Beschneidung des Adresshandels scharf kritisiert. Sie untergrabe die Werbung neuer Leser und beschädige damit die Presse. „Es ist ein Skandal, dass auf dem Rücken der Zeitungen der Missbrauch durch andere Branchen ausgetragen wird“, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff, der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (BDZV).

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Nach der Datenschutznovelle dürfen Unternehmen künftig nur dann gezielte Werbebriefe verschicken, wenn der Adressat einer Weitergabe seiner Daten vorher zugestimmt hat. Damit fällt das sogenannte Listenprivileg weg, das Firmen den Weiterverkauf von Kundendaten bisher erlaubt. Für die deutschen Verlage bedeutet der Beschluss eine einschneidende Veränderung: Die Neugewinnung von Abonnenten ist bis zu 60 Prozent von der Leserwerbung per Brief abhängig. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies die Kritik der Verlage zurück. „Einen Anschlag auf die Pressefreiheit sehe ich nicht.“ Die Medienbranche setzt ihre Hoffnungen nun auf den Bundestag, der dem Gesetz noch zustimmen muss.

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