Max-Planck-Institut verwechselt Gedicht mit Bordellanzeige

Eine Anekdote aus der Abteilung „dumm gelaufen“: Die Titelredakteure des Forschungs-Journals vom Max-Planck-Institut hatten die Idee, das Schwerpunktthema „Fokus China“ mit chinesischen Schriftzeichen auf dem Cover zu illustrieren. „Es ist ein faszinierendes Land mit vielen Facetten, aber auch mit mannigfaltigen Problemen, die der Wandel zu einer Industrienation schafft“, heißt es dazu in der Verlagswerbung, „Max-Planck-Forscher […]

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Eine Anekdote aus der Abteilung „dumm gelaufen“: Die Titelredakteure des Forschungs-Journals vom Max-Planck-Institut hatten die Idee, das Schwerpunktthema „Fokus China“ mit chinesischen Schriftzeichen auf dem Cover zu illustrieren. „Es ist ein faszinierendes Land mit vielen Facetten, aber auch mit mannigfaltigen Problemen, die der Wandel zu einer Industrienation schafft“, heißt es dazu in der Verlagswerbung, „Max-Planck-Forscher begleiten den Wandel Chinas – einige ihrer Projekte stellen wir in diesem Heft vor.“
Die Fachautoren hatten wohl keine Ahnung, dass der Redaktion in München ein folgenschwerer Fehler unterlief. Bei der Suche nach einem klassischen chinesischen Gedicht verwechselte man kantonesische Verse mit einer Anzeige für ein Bordell in Hongkong oder Macao. „Heiße Hausfrauen in Aktion“ hieß es auf dem knallroten Titel der Vierteljahresschrift 3/2008, die zudem „verbotene Sexspiele“ und „Hot Bodies für Tagesbesucher“ anpries.

Fachchinesisch für Anfänger: Das Journal-
Cover mit der Werbung für Hausfrauen-Sex

Als chinesische Leser die Deutschen auf den eigentümlichen Titel hinwiesen, gaben sich Instituts-Vertreter zerknirscht. „Zu unserem großen Bedauern“, teilte die Gesellschaft mit, „hat sich herausgestellt, dass der Text eine tiefere Bedeutung hat, die sich nicht-nativen Kennern der chinesischen Sprache nicht sofort erschließt.“ Ein deutscher Sinologe habe den Text geprüft, den Inhalt aber offenbar nicht verstanden. „Es war nicht unsere Absicht, chinesische Leser zu beleidigen.“ Chinesische Blogger reagierten mit Häme. Einer riet den Münchenern zu einem neuen Titeltext: „Ich bin Analphabet.“ Der peinliche Titel wurde aus dem Verkehr gezogen, die Online-Ausgabe überarbeitet.

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