FAZ.net, der heimliche IVW-Aufsteiger

Wenn es um Nachrichten-Websites geht, die ihre Angebote stark ausgebaut haben um die Klickzahlen zu verbessern, kommen die Gespräche sofort auf Welt Online oder sueddeutsche.de. Ein MEEDIA-Langzeitvergleich der IVW-Zahlen zeigt aber, dass ein ganz anderer Konkurrent der größte Aufsteiger der vergangenen Jahre ist: FAZ.net. Zwischen November 2002 und 2008 legte die Website bei den Visits um stolze 673,3% zu - von 2,8 Mio. auf 16,5 Mio. Besuche pro Monat.

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Für unsere Analyse haben wir uns die frühesten verfügbaren Zahlen der IVW geschnappt – die aus dem Jahr 2002. Aus diesem Jahr 2002 vergleichen wir den November nun mit dem gleichen Monat des Jahres 2008, den aktuellsten IVW-Zahlen also. In die Wertung kamen dabei die 15 derzeit Visit-stärksten Anbieter. 15 deswegen, weil sich direkt dahinter auf den Rängen 16 bis 20 zahlreiche Websites finden, bei denen kein Vergleich möglich ist, u.a. zoomer.de, tagesspiegel.de und die Site der „Berliner Morgenpost“. Sie gab es 2002 entweder noch nicht – oder sie ließen sich nicht von der IVW vermessen.

Betrachtet man nun die Zahlen aus dem November 2002, so war die Reihenfolge auf den ersten drei Plätzen damals schon dieselbe wie heute: Spiegel Online führte vor Bild.de und Focus Online – allerdings wesentlich knapper. Dahinter folgten n-tv.de und stern.de. Von Welt Online, sueddeutsche.de und vor allem FAZ.net war auf den ganz vorderen Plätzen nicht viel zu sehen. FAZ.net belegte mit nur 2,23 Mio. Visits den 12. Platz – noch hinter Financial Times Deutschland, RP Online und manager magazin online. Seitdem ist viel passiert und vor allem in den Jahren ab 2005 haben die Frankfurter ordentlich aufgeholt. Ergebnis: Mit 16,46 Mio. Visits liegen sie nun auf Platz 7 und fast schon auf Augenhöhe mit Focus Online, Welt Online, n-tv.de und sueddeutsche.de.

Auch auf dem zweiten und dritten Platz des Langzeitvergleichs finden sich noch kein Welt Online und kein sueddeutsche.de, stattdessen Zeit Online und Express.de. Zeit Online verbesserte sich in den sechs Jahren um 624,6% von 1,16 Mio. Visits auf 8,41 Mio., bei Express.de beträgt der Zuwachs von 0,80 Mio. auf 4,76 Mio. Visits 493,5%. Dahinter folgen dann mit ebenfalls jeweils mehr als 400% Wachstum Welt Online, sueddeutsche.de und Bild.de:

Unterhalb des Durchschnitts-Wachstums der Top-15-Websites (+318,4%) landeten sieben Angebote. Das geringste Plus verzeichnet dabei Focus Online. Die Münchner waren im Vergleich zur Konkurrenz schon relativ früh mit einer umfangreichen Website am Start und hatten dementsprechend zu Beginn des Jahrtausends schon relativ viele Visits. Von da an ging es bis 2006 nur sehr schleppend voran, erst seit zwei Jahren geht es auch bei Focus Online wieder stärker nach oben. Ebenfalls zu den Online-Pionieren gehörten n-tv.de und RP Online – auch dort fällt das Wachstum dementsprechend eher schwach aus. Doch auch bei diesen beiden ziehen die Zahlen insbesondere seit 2007 wieder deutlich an. Ein paar Worte noch zu DerWesten: Dort hinkt der Vergleich etwas, da die Website im Jahr 2002 natürlich noch nicht existierte. Stattdessen haben wir die Visits der fünf Vorgänger-Zeitungswebsites in die Wertung genommen. Ergebnis: ein Plus von immerhin 353,2%.

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