Schulz führt auch SevenOne Media

Bei ProSiebenSat.1 gewinnt Klaus-Peter Schulz rasant an Einfluss: Erst im September stieg der Werbe-Fachmann als Vorstand Sales und Marketing in die ProSiebenSat.1 Group ein. Nun übernimmt der 49-jährige zusätzlich den Vorsitz der Geschäftsführung des P7S1-Vermarkters SevenOne Media. Schulz soll sich "in Zukunft noch stärker als bisher um das operative Geschäft in der Werbevermarktung kümmern", heißt es in einer Verlautbarung der Media AG.

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Die Neubesetzung steht im Zusammenhang mit der geplanten Fusion von SevenOne Media und SevenOne Interactive, dem Online Vermarkter von ProSiebenSat.1. Sie soll spätestens im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden und dazu dienen, dass der TV-Konzern „integrierte Kommunikation aus einem Guss und aus einer Hand anbieten“ kann, wie Schulz sagte.

Der große Verlierer dieser Umbesetzung heißt Michael Krautwald. Er wird das Unternehmen Ende des Jahres verlassen. Bereits Ende September meldete das „Handelsblatt“, dass Krautwald nach einer Gewinnwarnung von ProSiebenSat.1 seinen Posten räumen müsste – eine Behauptung, die der Sender damals entschieden dementiert hatte. In einer Mitteilung von ProSiebenSat.1 Media AG benutzt der Noch-Arbeitgeber die Minimal-Formulierung, die „Trennung erfolgt einvernehmlich“.
Der neue Sales-und-Marketing-Chef Schulz dankte seinem Vorgänger ebenfalls in dürren Worten: „Wir bedanken uns bei Michael Krautwald für seine Leistung und sein großes Engagement bei SevenOne Media und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute“.

Der studierte Politologe war bereits 1996 im Unternehmen, damals als Director Sales und Services bei Sat.1. Ab 2000 führte Schulz erstmals die Geschäfte von SevenOne Media, das aus den fusionierten Vermarktungsgesellschaften von Sat.1 und ProSieben hervorgegangen war und heute ein Tochterunternehmen von ProSiebenSat.1 ist.

Im September übernahm Schulz Sales und Marketing der ProSiebenSat.1 Media AG von seinem glücklosen Vorgänger Peter Christmann – zu einer Zeit, als die Sendergruppe mit massiven Problemen beim Verkauf von Werbezeiten kämpfte. Ein modifiziertes Vergütungs- und Rabattmodell für Werbekunden blieb ebenfalls erfolglos.

Der Konzernumsatz war im dritten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent auf 646 Millionen Euro gesunken. Als Reaktion auf das schlechte Geschäft reagierte der Konzern zuletzt mit drastischen Maßnahmen: 225 Stellen werden abgebaut, außerdem zieht der Sender Sat.1 von Berlin nach Unterföhrung bei München, den Standort von ProSieben und kabeleins.

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