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Volks-Kamera von „Bild“ im MEEDIA-Test

Die "Bild.de"-Leserreporter- Kamera ist ab heute in 3000 Lidl-Filialen erhältlich. Damit profiert das Boulevardblatt vom Weihnachtsgeschäft und sorgt mit der integrierten Upload-Funktion für tausende potentielle Hobbyreporter. Und das für mehr als 30 Euro unter der unverbindlichen Preisempfehlung. Ein Kampfpreis im Weihnachtsgeschäft. MEEDIA sagt, was die Hosentaschenkamera kann. Und was sie nicht kann.

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Die „Bild“ ließ verlauten: „Nach dem großen Erfolg der 1414-Leserreporter im Fotobereich erweitert BILD die Leserbeteiligung jetzt um bewegte Bilder.“ Gesagt, getan: Seit heute vertreibt der Discounter Lidl bundesweit die Bild.de-Leserreporter-Kamera. Direkt unter dem Objektiv prangt das Bild.de-Logo. Eine schlaue Idee in zweierlei Hinsicht. Zum einen macht so jeder Hobbyfilmer Werbung für Bild.de. Zum anderen kann so kein Promi-Opfer behaupten, er habe nicht gewusst, dass die Aufnahmen bei Bild.de landen würden. Neu ist die Technik nicht. Unterhaltungstechnik-Hersteller Creative selbst vertreibt die „Vado“ seit einem Jahr als so genannte „Blog-Cam“. In Zusammenarbeit mit Creative wirft Bild.de nun die Mini-Cam mit „Bild“-Stempel zum Kampfpreis von 69,99 Euro auf den Markt.

Das kann der Videoknirps

Mit nur 90 Gramm Kampfgewicht und ist die Hosentaschenkamera der ideale Begleiter für Parties und Konzerte. Für die Aufnahme bringt das Fliegengewicht zwei Gigabyte Speicherkapazität mit. Das zwei Zoll große Display zeigt jederzeit, was gerade aufgenommen wird. Die Auflösung reicht mit 640 x 480 Pixel für YouTube allemal. Für mehr aber auch nicht. Kurzum: Die Hosentaschenkamera ist dazu gebaut, schnell und unkompliziert unterwegs Videos zu machen. Der USB-Stecker zum Anschluss an einen PC verbirgt sich ebenfalls im Gehäuse. So geht kein Kabel verloren.

Auf der Unterseite hat der Camcorder ein Gewinde für ein Stativ, an der Seite befindet sich ein AV-Ausgang zum Anschluss an einen Fernseher. Ein entsprechendes Kabel wird allerdings nicht mitgeliefert. Das Gerät lässt sich mit acht Tasten steuern: Einschalter, Löschtaste, zwei Zoomtasten, Aufnahmetaste, zwei Tasten zum Spulen, eine für den Wiedergabe-Modus.

Das Schnittprogramm bringt die Leserreporter-Kamera gleich mit. Nachdem sie über den USB-Anschluss mit dem Computer verbunden wird, öffnet sich ein Programm, mit dem die Aufnahmen bearbeitet werden können. Danach kann der User sie entweder auf der heimischen Festplatte abspeichern oder zu Bild.de uploaden. Allerdings kommen nur Windows-User in den Genuss. Die Vado-Software ist nicht Mac-kompatibel. Apple-Besitzer können die Videos lediglich von der Kamera laden.

Videos im Sparflammen-Modus

Für „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann sind die Videos „der nächste Schritt in dieser Medienevolution“. Die Einstellmöglichkeiten im Kamera-Menü selbst sind nicht gerade evolutionär. Das Menü erreichen Sie durch gleichzeitiges Drücken von Lösch- und Wiedergabetaste. Neben Datum und Uhrzeit kann der passionierte Hobbyfilmer lediglich zwischen „Standard“ und „High Quality“ wählen.

Laut Herstellerangaben hält der mitgelieferte Akku bei konstanter Aufnahme zwei Stunden. Bei bester Bildqualität reichen Akku und Speicher nur für eine Stunde. Die eigenen Aufnahmen können direkt auf der „Pocket Cam“ angeschaut werden. Ein Mikrofon sowie Lautsprecher sind integriert. 

Praktisch: Der mitgelieferte Akku ist austauschbar. Um das Gerät wieder aufzutanken, wird es einfach an eine USB-Buchse gehängt. Ein Extra-Ladegerät gibt es für den Vado nicht. Kleiner Tipp: Über die Wiedergabetaste versetzen Sie das Gerät in den Schnelllade-Modus. Ein Manko ist der fehlende Objektivschutz. Bei unvorsichtigem Gebrauch zerkratzt die Linse. Für den Transport empfiehlt sich also eine Schutzhülle, wie es sie für Handys gibt.

Im HQ-Modus liefert er eine ordentliche Bildqualität, in der Einstellung SP bilden sich bei Bewegungen leichte Doppelbilder. Bei aktiviertem Digitalzoom zeigt die Kamera deutlich weniger Details. Für Aufnahmen im Dunkeln eignet sich die Leserreporter-Cam nicht. Schon in schummrigen Räumen ist nur noch wenig zu sehen, und das Bild rauscht stark.

Die bessere Alternative: „Flip“

Soweit, so gut. Die Qualität der Aufnahmen lässt allerdings zu wünschen übrig. Auch für eine Handy-Cam. Wer auf einen Camcorder verzichten möchte und trotzdem farbintensive, scharfe Bilder drehen will, sollte sich die „Flip“ von Pure Digital genauer anschauen. In den USA längst ein Dauerbrenner, ist die Mutter aller Handy-Cams seit einigen Wochen auch in Deutschland erhältlich. Mit rund 135 Euro liegt die „Flip“ spielt sie natürlich in einer anderen Preisklasse.

Die Resultate können sich aber sehen lassen, wie Technik-Kolumnist David Pogue schon einst‚>“Flip Mino HD“ auf seiner Weltreise machte. Zur Zeit wird in sie nur in den USA vertrieben. Ihre Nachfolger sollen aber auch bald hier erhältlich sein.

Deutsche User können mit der „Flip Video“ vorlieb nehmen. Der Test zeigt: Die „Vado“ kann in punkto Ton- und Bildqualität mit ihrem Konkurrenten nicht mithalten. Wer aber einfach nur die Oma beim Familientreffen oder die Freunde vom Fußballverein auf dem Rasen dokumentieren möchte, kann mit Bild.de-Cam nichts falsch machen.

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