So polieren Sie ihr Google-Image auf

Nirgends ist der Ruf schneller ruiniert als im Internet. Google und Co födern mit einem Klick all das zu Tage, was über einen im Internet zu finden ist – auch wenn die Informationen von Dritten veröffentlicht wurden. Und das größte Problem: Google vergisst nicht, die Daten bleiben online. Daher ist der Bedarf nach Kontrolle über die eigenen Daten im Netz groß. Mario Grobholz bietet Usern mit seiner Online-Reputations-Management-Plattform MyOn-ID Abhilfe.

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Was ist MyON-ID?
Wir sind ein Online-Portal, auf dem sie ihren guten Ruf im Internet managen können. Auf Neudeutsch nennen wir das Online-Reputation-Management.

Wie machen Sie das genau?
Wir bieten Usern zwei wesentliche Funktionen. Zuerst die Suchfunktion: Hier finden sie bequem und schnell, was über sie im Internet im Umlauf ist. Aufbauend auf den Suchergebnissen können Sie in einem zweiten Schritt, ihr eigenes Profil erstellen. Sie entscheiden, welche Ergebnisse öffentlich angezeigt werden. Zusätzlich können sie die Einträge entsprechend kommentieren. So entsteht ein umfassender Online-CV, über den nur sie die Kontrolle haben.

Warum ist es denn wichtig, auf seinen Ruf im Internet zu achten?
Es ist so einfach alle möglichern Informationen aus dem Internet zu ziehen. Die Google-Trefferlisten sprechen für sich. Darauf haben Nutzer zunächst keinen Einfluss. Bei MyON-ID können sie die Kontrolle über ihre Online-Reputation zurückgewinnen. Für User bedeutet unser Service vor allem Zeitersparnis. Wir durchforsten des World Wide Web für sie mit äußerster Gründlichkeit.

Können Sie auch geschlossene Plattformen durchsuchen?
Nein. Wir können natürlich keine passwortgeschützen Inhalte, wie beispielsweise bei StudiVZ, finden. Dass dort peinliche Einträge vor Zugriffen sicher sind, entpuppt sich schnell als allgemein verbreiteter Irrglaube. Schließlich können Personaler ihre eigenen Accounts bei StudiVZ und Co einrichten.

Sie haben jetzt in ihrer zweiten Finanzierungsrunde mit dem T-Online Venture Fund einen prominenten weiteren Finanzier gefunden? Wieviel Geld haben Sie bekommen?
Einen einstelligen Millionenbetrag. Mehr verraten wir nicht.

Wofür wollen sie das Geld verwenden? In einem TechCrunch-Kommentar kündigen sie ja Neuheiten an. Was darf man da erwarten?
Wir werden MyON-ID weiter in Richtung Identity-Management-Plattform entwickeln. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Identität und Reputation im Netz untrennbar miteinander verknüpft sind. Neben ihrem Ruf können sie also ab 2009 zudem ihre Identität im Internet managen. Unsere Plattform verwandelt sich zunehmend in ein offenes soziales Netzwerk.

Was ist daran so besonders?
Der Dienst bietet Einzelpersonen das, was beispielsweise Agenturen für große Unternehmen machen: Marketing. Bei uns gibt es ähnliche Funktionalitäten für kleines Geld. Und da jeder Nutzer die Kontrolle über seinen Auftritt hat, ist ein Profil bei MyON-ID nichts anderes als Marketing in eigener Sache. Der Hintergrund bei unseren Usern ist hauptsächlich beruflicher Natur.

Klingt ein wenig wie Xing.
Klar, allerdings mit einer anderen Ausrichtung. Wir befürworten ein offenes Internet. Das ist seit Anfang an ein zentraler Bestandteil unseres Konzepts gewesen. Daher werden wir sehr viel mit offenen Schnittstellen arbeiten. Das unterscheidet uns von anderen sozialen Netzwerken, insbesondere von Xing.

Sie bieten ihren Dienst auch auf Englisch und sechs weiteren europäischen Sprachen an. Wie stemmen sie das?
Wir bieten den Dienst in sieben weiteren Sprachen seit August dieses Jahres an – allerdings in deutlich reduzierter Form. Wir wollten sehr früh Erfahrungen im internationalen Bereich sammeln, da die Funktionen in den verschiedenen nationalen Netzen und Märkten häufig unterschiedlich ablaufen. Unsere ausländischen Seiten sind also alle noch im Testbetrieb.

Wie finanzieren sie sich?
Wir stehen künftig finanziell auf zwei Säulen. Zum einen betreiben wir ein klassisches Media-Geschäft, indem wir unseren Traffic über Werbung finanzieren. Nächstes Jahr wird ein kostenpflichtiger Premiumdienst hinzukommen, der erweiterte Funktionen anbietet. Auf dieses Zusatzangebot werden wir uns künftig fokussieren, wobei die Grundfunktion immer kostenfrei bleibt.

Wann erwarten sie den Break-Even?
Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten zwölf bis achtzehn Monate in die Gewinnzone zu kommen. Wir halten das trotz der momentan schwierigen Marktlage für machbar. Immerhin ist es ein gutes Zeichen, dass wir einen so erfahrenen Risikokapitalgeber wie dem T-Online Venture Fund gewinnen konnten. Das zeigt, dass man unserem Businessplan vertraut.

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