Newhouse bekennt sich zu „Vanity Fair“

In der „FAZ“ hat Verleger-Cousin Jonathan Newhouse eine Bestandsgarantie für die deutsche „Vanity Fair“ ausgesprochen. „’Vanity Fair’ wird weiterhin erscheinen“, sagte der bei Condé Nast fürs internationale Geschäft zuständige Manager. Newhouse war aus London nach München und Berlin gekommen, um das wegen des Abgangs von Bernd Runge verunsicherte Team zu beruhigen. Auch die wöchentliche Erscheinungsweise der "Vanity Fair" soll auf jeden Fall beibehalten werden.

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Auf die Umstellung der Erscheinungsweise bei „Glamour“ von 14-täglich auf monatlich angesprochen, sagte Newhouse: „In der großen Redaktion von ‚Vanity Fair‘ mit ihren rund achtzig Mitarbeitern wird es keine derartigen Veränderungen geben.“ Newhouse hat den Wirbel, den der überraschende Abgang von Condé-Nasts Deutschland-Statthalter Bernd Runge verursacht hat, mitbekommen. Seine Worte werden darum sehr gut gewählt sein. Im „FAZ“-Interview strotzt Newhouse nun geradezu vor Selbstbewusstsein und Optimismus: „Als Verleger von Magazinen brauchen Sie Courage, kreative und engagierte Mitarbeiter, Geduld und Geld. Wir haben von allem eine Menge.“ Ein Zeichen an die Branche und die Mannschaft. Newhouse verwies auf die deutsche Ausgabe des „Architectural Digest“, die sieben Jahre gebraucht habe, bis sie profitabel war. Dass der „AD“ als Lifestyle-Monatsmagazin aber nur einen Bruchteil der Kosten des aktuellen Wochenblatts „VF“ verschlungen haben wird, erwähnt er freilich nicht.

Dass es bei der Frauenzeitschrift „Glamour“ durch die Reduzierung der Erscheinungsweise einen Personalabbau geben wird, bezeichnet Newhouse als normal. Meldungen, wonach die Hälfte der bisher 60 Redaktionsmitglieder gehen muss, seien aber übertrieben.

Einen Nachfolger für Bernd Runge gebe es noch nicht, so Newhouse. Mittelfristig werde aber ein Ersatz gefunden werden. Geschäftszahlen veröffentlicht das Familienunternehmen Condé Nast nicht. Newhouse erklärte aber, dass der Verlag 2006 und 2007 jeweils Rekordumsätze erwirtschaftet habe. 2008 gebe es einen „leichten Rückschritt“. Die Anzeigenbuchungen für 2009 seien bisher auf Vorjahresniveau. Der Cousin von Condé-Nast-Altverleger Si Newhouse machte sich, seinen Angestellten und der Branche Mut: „Ich habe die Hoffnung, dass es 2009 nicht so schlecht wird, wie manche befürchten.“ In der Vorweihnachtszeit ist so was ja auch mal ganz schön.

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